Angst vorm Fliegen

Thomas Beckmann

Springen wollen alle. Nur vorm Fliegen fürchten sich viele. Flugangst aber kann man mit sauberer Technik, Automatisierung der Bewegungsabläufe und psychologischer Vorbereitung abbauen. Thomas Beckmann, Diplom-Sportlehrer und Kiteschul-Besitzer in El Gouna, hat schon bei vielen Schülern Höhenangst und Landepanik erfolgreich bekämpft.

Die Dame vorgerückten Alters hatte Angst vor ihrem Kite. Bis ihr der kitecity-Trainer autoritär befahl, den Schirm durch die Powerzone zu jagen und mitten in der Vollzug-Phase die Hände von der Bar zu nehmen. Das hat sie dann brav gemacht. Zu ihrem grenzenlosen Erstaunen wurde sie von dem Drachen nicht umgerissen. Seit diesem Erlebnis geht Erika* völlig entspannt mit ihrem Schirm um - Angstbeseitigung durch positive Erlebnisse.

Angst entsteht durch negative Erfahrung. Diplom-Sportlehrer Thomas
Beckmann: "Kinder haben keine Erfahrung, deshalb haben sie auch keine Angst." Wer sich beim Springen schon schmerzhaft auf die Klappe gelegt hat, der wird verkrampft ans Flugtraining gehen. "Angst kann aber auch durch Erzählungen erzeugt oder geschürt werden", weiß Kiteschul-Profi Beckmann. Wer mit Schilderungen aus der Abteilung Pein und Pannen zugedröhnt wird,
der kann schwerlich entspannt das Springen trainieren." Der Mensch", so Beckmann, "ist bereit, ein gewisses Risiko auf sich zu nehmen, wenn das erwartete Schmerzerlebnis im akzeptierten Rahmen liegt." Beispiel: Wenn man sicher ist, dass beim Sprungversuch anschließend nur der Knöchel geschürft ist, wird man das für das unvergessliche Erlebnis eines großen Sprunges in Kauf nehmen. Wer mit einer Rippenprellung rechnen muss, der wird kaum die Kante radikal setzen und die Bar bis zum Anschlag an den Haken ziehen.




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