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Kiter sollen Vogelschutzgebiete freiwillig meiden

22.09.2016

Die Tinte unter der „freiwilligen Vereinbarung" ist nun trocken: Kiter sollen im Winter bestimmte Gebiete an der Nord- und Ostseeküste meiden, wenn sich hier Rastvögel niederlassen. Das Kieler Umweltministerium will dazu ein Informationssystem aufbauen. Das KITE Magazin hat den Vorsitzenden des VDWS, Thomas Weinhardt, gefragt, wie diese Vereinbarung funktionieren soll.

Die Tinte unter der „freiwilligen Vereinbarung" ist nun trocken: Kiter sollen im Winter bestimmte Gebiete an der Nord- und Ostseeküste meiden, wenn sich hier Rastvögel niederlassen. Das Kieler Umweltministerium will dazu ein Informationssystem aufbauen. Das KITE Magazin hat den Vorsitzenden des VDWS, Thomas Weinhardt, gefragt, wie diese Vereinbarung funktionieren soll.  

KITE Magazin: Diese freiwillige Vereinbarung zwischen Wassersportverbänden und Umweltministerium klingt ein bisschen wie ein Klimaschutzabkommen. Schöner Titel, keine Konsequenz. Hat dieses Papier irgendeine praktische Konsequenz?

VDWS: Bis zum Erlass einer Befahrensverordnung durch das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) soll auf das Befahren dieser Gebiete freiwillig verzichtet werden. Mit der Vereinbarung wird eine Arbeitsgruppe etabliert, die die Ziele für die weitere Zusammenarbeit erarbeiten soll. Es geht darum, das Alarmierungssystem weiterzuentwickeln und die Kommunikation zu den jeweiligen Mitgliedern der beteiligten Verbände zu organisieren.

 

KITE Magazin: Wie funktioniert nun diese neue Regelung konkret? 

VDWS: Wenn in den Wintermonaten vom 16. November bis 1. März in den sogenannten OIC- Gebieten ein gehäuftes Auftreten von aktiv nach Nahrung suchenden oder rastenden Meeresvögeln festgestellt wird, sollen diese Gebiete gemieden werden. Die entsprechende Warnung inklusive der Entwarnung wird vom OIC (Ostseeinformationszentrum Eckernförde) zeitlich befristet ausgesprochen. Weitere Kommunikationswege wie eine Warnung per SMS oder eine App inclusive Kartendarstellung soll die Arbeitsgruppe gemeinsame mit dem  Ministerium entwickeln.


KITE Magazin: Welche Gebiete sind betroffen?

VDWS: Die Vereinbarung gilt für die europäischen Vogelschutzgebiete in der Ostsee von Schleswig- Holstein. Die Gebiete sind in der Karte (siehe Anlage Karte) definiert und im Internet unter http://www.fischerleben-schleswig-holstein.de/ zu finden. 

KITE Magazin: Was passiert, wenn die Behörde Vogelalarm gibt?

VDWS: Bei Vogelalarm sollen in den jeweiligen Gebieten bis zur Entwarnung keine Wassersportaktivitäten stattfinden.

KITE Magazin: Wie werden Verstöße sanktioniert - gibt es Aufpasser, Anzeigen und Ordnungswidrigkeit

VDWS: Anzeigen und Strafen gibt es nicht. Das Wesen einer freiwilligen Vereinbarung ist ja, dass alle Beteiligten ein Problembewußtsein haben und bereit sind, aktiv an der Umsetzung mitzuwirken. Ganz sicher wird die Umsetzung dieser Vereinbarung und das Verhalten der Sportler kritisch beobachtet. Im Falle gehäufter Verstöße werden vermutlich weitergehende Befahrensregelungen und Reglementierungen gefordert. Genau das soll jedoch vermieden werden, weshalb auch die Sportler aufgerufen sind, sich gegenseitig zu informieren und schwarze Schafe zu ermahnen.

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