29.09.2011

Bartest: Warum sich Tests nach Normen richten müssen

In Foren wird zur Zeit über den Bartest des KITE Magazins diskutiert. Befeuert wurde die Diskussion durch den Versuch einer Kiteschule, die Sand in das Quickrelease einer Core-Bar geschüttet hat. Viele verblüffte Kiter fragen sich jetzt: Wie realistisch sind Tests?

Das Core-Release im KITE-Labortest: Mit Norm-Sand-Wassergemisch waren einmal 138 und einmal 60 Newton Kraftaufwand nötig, um den Schnellverschluss auszulösen.

Jeder Test, den ein professionelles Medium macht, muss bestimmte Anforderungen erfüllen: Er muss

  • die Wirklichkeit möglichst genau nachstellen,
  • reproduzierbar sein und vor allem
  • einer anerkannten Testnorm folgen.

Am Strand einfach Sand in einen Schnellauslöser zu schütten, darf natürlich jeder Kiter machen. Eine Zeitschrift aber darf nicht nach Hausfrauenart testen. Das KITE Magazin hat die meiste Erfahrung weltweit mit dem Test von Quickreleases – schließlich machen wir das seit sechs Jahren.

Grundlage unserer Testmethode ist eine französische Norm. Diese Norm schreibt beim Test der Sandempfindlichkeit ein bestimmtes Sand-Wassergemisch vor. Vor keinem Gericht der Welt hätte ein Test, bei dem man einfach eine Hand voll Sand ins Gehäuse schüttet, Bestand.

KITE hat mit dem vorgeschriebenen Salz-Sand-Wassergemisch getestet. Unser Test entspricht also der Norm und ist deshalb auch Gerichts-fest. Die Ergebnisse in KITE ergaben, dass bei der Core-Bar die Auslösewert nach der Sandbefüllung einmal 13,8 und bei 6 Kilo lag. Die Streuung deutet darauf hin, dass das System eine Sandproblematik hat, die aber beherrschbar bleibt.

Seltsamerweise hat sich niemand darüber aufgeregt, dass das System eines anderen Markenherstellers bei Sand praktisch nicht auslöst.  Dass dieses Ergebnis kein Erregungspotenzial hatte, lässt Raum für Spekulationen: Hat es da irgendjemand speziell auf Core abgesehen? Ist der Ad-Hoc-Test am Strand eventuell sogar interessengesteuert? Dass KITE objektiv, nachvollziehbar und Interessen-neutral testet,  sieht man an den Ergebnissen.

So hat KITE über die Core-Bar geschrieben: „Allerdings ist der Adjuster aus Kunststoff nicht für Ultrakräfte gemacht: Bei 250 Kilo Zug (praxisferner Wert) brach die Führung. “ Gibt es einen besseren Beweis für objektives Testen?





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