Kiteverbot in Griechenland vom Tisch
Das Drama um die griechischen Kiteverbote könnte ein gutes Ende finden. Wie der Vertreter der griechischen Hoteliers auf Rhodos dem KITE Magazin mitteilte, will die Regierung durch Gesetz das Kiten an den Kitestationen offiziell erlauben. Das Gesetz wird für die nächsten Wochen erwartet.


Wer künftig in Griechenland an einem belebten Strand kiten will, muss sich bei einer Kitestation akkreditieren.
Der Hotelier Michael Komizoglou aus Fanes setzt sich sehr für die Kiter ein – kein Wunder, sein kleines Hotel lebt von den fliegenden Gästen. Kamizoglou berichtete, dass es im letzten Jahr am Strand von Fanes immer wieder Beschwerden von Badegästen bei der Hafenpolizei gegeben habe. Und der sei das dann irgendwann zu lästig geworden. Der Hotelier ist Mitglieder einer Kommission, die mit Regierungsvertretern die neue Regelung ausgearbeitet hat.
Die Regel sehe sehr wahrscheinlich nun so aus:
- Wer an belebten Stränden kiten will, muss sich bei einer Kitestation anmelden. Auf Rhodos gibt es insgesamt sechs solcher Center.
- Diese Akkreditierung kostet natürlich Geld, weil künftig die Kitestation auch für die Rettung verantwortlich sein soll – so zumindest wolle es die Hafenpolizei. Die Kitestation muss dann wohl auch Sorge dafür tragen, dass die Kiter nicht in die Badezonen eindringen.
- Komizoglou meint aber, dass an unbelebten, einsamen Stränden, an denen niemand gefährdet werde, das Kiten nach wie vor erlaubt oder vielleicht auch nur geduldet werde. Allerdings sei dort niemand für die Rettung zuständig – da müsse man sich schon selber helfen, wenn man in Gefahr gerate.
- Diese Regelungen werden nach Komizoglou für ganz Griechenland gelten.
Das KITE Magazin hatte nach Bekanntwerden der Idee eines totalen Kiteverbotes einen Brandbrief in die griechische Zentrale für Fremdenverkehr geschrieben:
„Sehr geehrter Herr Skordas
Der Spezialreiseveranstalter Ola hat uns darüber informiert, dass im gesamten Staatsgebiet von Griechenland das Kitesurfen verboten worden sei. Wir möchten Sie bitten, den Verantwortlichen in Griechenland die touristische Bedeutung des Kitesurfens einmal klar zu machen.
Durch die politischen Umwälzungen in Ägypten suchen sich viele europäische Kiter jetzt Ziele im Mittelmeer ˆ und mitten in diese Umleitung touristischer Ströme würde ein Kiteverbot fallen.
Aus Deutschland, der Schweiz und Österreich fliegen und fahren rund 10 000 Kiter im Jahr nach Griechenland. Und diese Kitesurfer nehmen alle ihre Familie mit. Wir sprechen also von einer relevanten Zielgruppe. Allein vier Spezialveranstalter bedienen den griechischen Markt ( OLA , Surf & Action, Orca, und Club Mistral). Kitesurfer haben zudem ein sehr viel höheres Haushauseinkommen, sie gehören also zur touristischen Oberschicht mit viel Kaufkraft.
Kitesurfen ist der Trendsport des Jahrzehnts auf dem Wasser. Vor elf Jahren, als das KITE Magazin das erste Mal erschien, kannten zwei Prozent der Deutschen den Sport Heute wissen die Deutschen, was Kitesurfen bedeutet: Spektakuläre Action und faszinierendes Wassersport-Erlebnis Argumente für die Verbindung Griechenland und Kiten Kitesurfer haben neben Windsurfern die höchste Reiseaffinität, weil sie Wind und warmes Wasser brauchen Griechenland bietet zwischen Mai und Oktober viele Wassersportziele mit hoher Windsicherheit Griechenland ist auch für junge Leute ein erschwingliches Ziel. So erzieht man sich ein junges Stammpublikum. Warum hat sich der Sport so schnell etabliert? Kitesurfen bietet fünf klare Vorteile gegenüber allen anderen Wassersportarten Kitesurfen ist relativ einfach zu erlernen Selbst auf Seen mit Mäusefaust-großen Wellen sind hohe Sprünge möglich Kitesurfen erfordert den geringsten Aufwand aller Wassersportarten (außer Schwimmen) Kitesurfen hat das höchste Entwicklungs-Potenzial. Der Profi kann noch soviel lernen wie der Einsteiger Kitesurfen braucht viel weniger Wind als die ehemalige Trendsportart Windsurfen ˆ fast so wenig wie ein Segelboot. Wir möchten Sie deshalb herzlich bitten, auch im Interesse des griechischen Fremdenverkehrs in Athen zu intervenieren.
Viele Grüße
Gerd Kloos
KITE-Magazin-Herausgeber






























