04.05.2011

Kiteverbot in Griechenland vom Tisch

Das Drama um die griechischen Kiteverbote könnte ein gutes Ende finden. Wie der Vertreter der griechischen Hoteliers auf Rhodos dem KITE Magazin mitteilte, will die Regierung durch Gesetz das Kiten an den Kitestationen offiziell erlauben. Das Gesetz wird für die nächsten Wochen erwartet.

Wer künftig in Griechenland an einem belebten Strand kiten will, muss sich bei einer Kitestation akkreditieren.

Der Hotelier Michael Komizoglou aus Fanes setzt sich sehr für die Kiter ein – kein Wunder, sein kleines Hotel lebt von den fliegenden Gästen. Kamizoglou berichtete, dass es im letzten Jahr am Strand von Fanes immer wieder Beschwerden von Badegästen bei der Hafenpolizei gegeben habe. Und der sei das dann irgendwann zu lästig geworden. Der Hotelier ist Mitglieder einer Kommission, die mit Regierungsvertretern die neue Regelung ausgearbeitet hat.

Die Regel sehe sehr wahrscheinlich nun so aus:

  1. Wer an belebten Stränden kiten will, muss sich bei einer Kitestation anmelden. Auf Rhodos gibt es insgesamt sechs solcher Center.

  2. Diese  Akkreditierung kostet natürlich Geld, weil künftig die Kitestation auch für die Rettung verantwortlich sein soll – so zumindest wolle es die Hafenpolizei. Die Kitestation muss dann wohl auch Sorge dafür tragen, dass die Kiter nicht in die  Badezonen eindringen.

  3. Komizoglou meint aber, dass an unbelebten, einsamen Stränden, an denen niemand gefährdet werde, das Kiten nach wie vor erlaubt oder vielleicht auch nur geduldet werde. Allerdings sei dort niemand für die Rettung zuständig – da müsse man sich schon selber helfen, wenn man in Gefahr gerate.

  4. Diese Regelungen werden nach Komizoglou für ganz Griechenland gelten.


Das KITE Magazin hatte nach Bekanntwerden der Idee eines totalen Kiteverbotes einen Brandbrief in die griechische Zentrale für Fremdenverkehr geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Skordas
 Der Spezialreiseveranstalter Ola hat uns darüber informiert, dass im gesamten Staatsgebiet von Griechenland das Kitesurfen verboten worden sei. Wir möchten Sie bitten, den Verantwortlichen in Griechenland die touristische Bedeutung des Kitesurfens einmal klar zu machen. 
 Durch die politischen Umwälzungen in Ägypten suchen sich viele europäische Kiter jetzt Ziele im Mittelmeer ˆ und mitten in diese Umleitung touristischer Ströme würde ein Kiteverbot fallen. 
 Aus Deutschland, der Schweiz und Österreich fliegen und fahren  rund 10 000 Kiter im Jahr nach Griechenland. Und diese Kitesurfer nehmen alle ihre  Familie mit. Wir sprechen also von einer relevanten Zielgruppe. Allein vier Spezialveranstalter  bedienen den griechischen Markt ( OLA , Surf & Action, Orca, und Club Mistral). Kitesurfer haben zudem ein sehr viel höheres Haushauseinkommen, sie gehören also zur touristischen Oberschicht mit viel Kaufkraft.

Kitesurfen ist der Trendsport des Jahrzehnts auf dem  Wasser. Vor elf Jahren, als das KITE Magazin das erste Mal erschien, kannten  zwei Prozent der Deutschen den Sport
Heute wissen die Deutschen, was  Kitesurfen bedeutet: Spektakuläre Action und faszinierendes  Wassersport-Erlebnis
 Argumente für die Verbindung  Griechenland und Kiten
 Kitesurfer haben neben Windsurfern die  höchste Reiseaffinität, weil sie Wind und warmes Wasser brauchen
  Griechenland bietet zwischen Mai und Oktober viele Wassersportziele mit hoher  Windsicherheit
 Griechenland  ist auch für junge Leute ein  erschwingliches Ziel. So erzieht man sich ein junges Stammpublikum.
Warum  hat sich der Sport so schnell etabliert?
 Kitesurfen bietet fünf klare  Vorteile gegenüber allen anderen Wassersportarten
 Kitesurfen ist relativ  einfach zu erlernen
 Selbst auf Seen mit Mäusefaust-großen Wellen sind  hohe Sprünge möglich
 Kitesurfen erfordert den geringsten Aufwand aller  Wassersportarten (außer Schwimmen)
 Kitesurfen hat das höchste  Entwicklungs-Potenzial. Der Profi kann noch soviel lernen wie der  Einsteiger
 Kitesurfen braucht viel weniger Wind als die ehemalige  Trendsportart Windsurfen ˆ fast so wenig wie ein Segelboot.
 Wir  möchten Sie deshalb herzlich bitten, auch im Interesse des griechischen  Fremdenverkehrs in Athen zu intervenieren. 


Viele Grüße

Gerd Kloos

KITE-Magazin-Herausgeber






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