21.06.2010

Urlaubstipps von Kite-Pros

Wer wüsste besser als Kiteprofis, wo man den perfekten Kiteurlaub machen kann? In einer neuen Serie geben die Promis ihre Geheimtipps preis. Zum Start vier Pros aus Industrie und Schulbetrieb.

Das Geheimnis der zwei Inseln.
Dirk Hanel ist der Globetrotter im Kite-Business. Er kennt viele Abenteuer-Spots zwischen Island und Namibia.

Nehmen wir an: Du hast 14 Tage Zeit. Und den Vorsatz, den schönsten Kite-Urlaub DeinDas Geheimnis der zwei Inselnes Lebens zu verbringen. Wohin fährst Du?
HANEL: Nach Pounda auf Paros in Griechenland. Der Spot liegt direkt vor dem Kitecenter von George.

Was ist an Deinem Lieblingsspot so anders und besonders?
HANEL: Der Wind weht sehr konstant, im Sommer ist es schön warm auf der Kykladeninsel. Die Wasserfarbe ist toll und an vielen Stellen so klar, dass man auf den Meeresboden schauen kann. Am Abend kann man mit der kleinen Fähre auf die Nachbar Insel Antiparos fahren und dort gemütlich essen oder bummeln gehen.Oder es zieht einen in die Haupstadt von Paros nach Parikia, dort ist abends ordentlich was los. Wenn man ein Auto hat, gibt es auf Paros auch noch viele andere schöne Spots und Plätze, an denen man super kiten kann.

Welche Bedingungen findest Du dort? 
HANEL: Der Spot liegt zwischen der Insel Paros und einer kleinen Nachbar-Insel Antiparos. Man fährt im Channel dieser beiden Inseln. Der Wind ist manchmal mehr als 30 Knoten stark.

In welcher Jahreszeit funktioniert der Spot am besten?
HANEL: Die beste Windausbeute gibt’s von Juni bis September, aber eigentlich hat es dort das ganze Jahr an über 200 Tagen Wind über vier Beaufort.

Wie erreicht man Deinen Lieblingsspot?
HANEL: Es gibt seltene Direktflüge nach Paros oder die Bummeltour über Athen mit der Fähre nach Paros. Wir haben das mit zwei großen Boardbags, vier Reisetaschen, Kinderwagen und zwei Kindern geschafft

Das Geheimnis der Lernerfolge
Bernd Panusch ist als KITECITY-Lehrteam-Chef ein Ägyptologe. Welches Revier am Roten Meer ist sein Favorit?

Wohin fährst Du?
PANUSCH: Für mich gibt es nur Ägypten. Und dort nur zwei drei Spots: Erstens Ras Sudr oben knapp vor dem Suezkanal auf der Ostseite und Abu Soma.

Was ist an Deinem Lieblingsspot so anders und besonders?
PANUSCH: In Ras Sudr gibt es unendlich viel Platz zum Kiten und Trainieren. Nichts lenkt dich ab vom Kiten, weil die Umgebung nicht viel mehr anbietet.

Welche Bedingungen wirst Du vorfinden? 
PANUSCH: Hauptsächlich Flachwasser, oft sogar superflach;  das bedeutet: Man gleitet einfach nur wie durch warme Butter. Und jeder Absprung passt perfekt, da stört keine Welle. Schneller lernt man neue Tricks nirgends – und schneller kommt man als Einsteiger nirgends aufs Brett.

In welcher Jahreszeit funktioniert der Spot am besten?
PANUSCH: Beide Spots sind erstaunlich windsicher. Im Januar und Februar aber ist der Wind sehr kühl. Ich bevorzuge Frühling bis Herbst. Dann kommt auch der Passat als Dauerdüse zur Thermik dazu.

Wie erreicht man Deinen Lieblingsspot?
PANUSCH: Ras Sudr erreicht man entweder mit Tuifly über Kairo oder mit Condor über Sharm el Sheich. Von dort geht es dann mit Mitlandtravel im Kleinbus dreieinhalb Stunden quer durch die Wüste bis nach Ras Sudr.

Das Geheimnis der frischen Fische.
Bernd Hiss ist als Carved- und Core-Chef auf windsichere Testreviere angewiesen. Sein Lieblingsland ist zugleich seine zweite Heimat.

Wohin fährst Du?
HISS: Nach Brasilien. Viele Spots nördlich von Fortaleza sind immer auf meiner Reiseroute: Cumbuco, Lagoa do Cauipe, Emboaca, Ilha do Guajiru und Jericoacoara. Am besten gefällt mir Emboaca. Das liegt auf halber Strecke von Fortaleza nach Jericoacoara, fünf Kilometer nördlich vom recht bekannten Fleixerais. Am Strand stehen zwei Hütten, in denen frisch gefangener Thunfisch und Langusten angeboten werden. Der Spot ist bisher weitgehend unentdeckt, und es gibt noch keine Unterkunft. Schlafen kannst Du im benachbarten Fleixerais.

Welche Bedingungen wirst Du vorfinden?
Hiss: Flachwasser und Welle. Die Bucht bietet eine saubere Welle, die um das Riff dreht. Bei Ebbe hast du glattes Wasser. Der Wind kommt super konstant rein.

In welcher Jahreszeit funktioniert der Spot am besten?
HISS: Vom 1. Juli bis 31. Dezember hast du eine einhundertprozentige Windgarantie, vom 1. Januar bis 30. Juni bekommst du 70 Prozent Kitetage.

Verbinden Dich besondere Erlebnisse mit diesem  Spot?
HISS: Die einfach zu nehmende Welle ist perfekt zum Spielen und für Strapless-Wellenreiten. Das Flachwasser in Luv ist schön, um neue Tricks zu üben. Wie erreicht man Deinen Lieblingsspot?
HISS: Von Fortaleza sind es 120 Kilometer, also knapp zwei Autostunden Richtung Norden. Von Cumbuco ist es eine gute Stunde: immer Richtung Jeri, dann ist alles ausgeschildert.

Das Geheimnis der „deutschen” Insel
Rainer Kauper ist Chef der Board- und Kite-Marke Spleene. Kauper ist ungefähr 140 Tage im Jahr auf dem Wasser. Und das nicht in Übersee, sondern ganz bodenständig – in Fast-Deutschland.

Wohin fährst Du?
KAUPER: Ich fahre im Juni nach Mallorca.

Was ist an Deinem Lieblingsspot so anders und besonders?
KAUPER: Mallorca ist bekanntermaßen eine Insel und hat viele Kitespots für jede Windrichtung.
Ich kite nun mal nicht gerne 14 Tage am gleichen Spot. Vor Mallorca hast du Welle und Flachwasser. Ich kann mir  das aussuchen. Mallorca hat auch noch eine sehr attraktive Landschaft und eine traumhafte Altstadt von Palma. Außerdem ist die Anreise kurz und preiswert.

Welche Bedingungen wirst Du vorfinden?
KAUPER: Im Frühjahr und im Sommer gibt es im Süden und Nordwesten der Insel mehr Flachwasser, dafür extrem zuverlässige Thermikwinde zwischen 12 und 20 kn. Brandung ist an einigen Spots im Nordosten der Insel aber auch im Sommer nicht selten. Im Winter gibt es sehr gute Brandungstage. Der Herbst ist weniger beständig.

In welcher Jahreszeit funktioniert der Spot am besten?
KAUPER: Der beständigste Wind ist von Ende März bis in den August hinein.

Verbinden Dich besondere Erlebnisse mit diesem  Spot?
KAUPER: Wir haben das eh schon windreiche Jahr 2009 mit einem sehr guten Kitetag an Silvester ausklingen lassen: Böen bis 40 Knoten sideshore und drei bis vier Meter hohe Wellen. Ein starker Abschluss des Jahres.





Covershots

© ideenwerft