18.06.2010

Zu müde für die Schule

Auf der Kitesurf-Trophy schon ein kleiner Star, auf der Schulbank ein ewiger Kampf zwischen Stoff und Zoff: Das Leben des 15-jährigen Nachwuchs-Pros Nils Wesch ist schon aufregend.

Szenekenner meinen, dass Du schon eine bessere Performance auf dem Wasser hinlegst als Mario Rodwald im selben Alter. Stimmt das?
NILS: Na ja, da wollen wir mal den Ball flach halten. Mario ist zur Zeit in Deutschland nicht zu schlagen. Der springt doppelte Handlepass-Dinger, das muss ihm erst mal einer nachmachen.

2005 warst Du gerade mal zehn Jahre alt. Ab wann durftest du allein kiten?
NILS: Ich habe 2004 meinen ersten Kite von meinen Eltern zum Geburtstag bekommen. Im Herbst sind wir oft nach Hvide Sande in Dänemark gefahren, und ich hatte natürlich auch meinen neuen Kite dabei. Mein Papa hat mir auf dem Wasser ein paar Anweisungen gegeben. Im Frühjahr ging’s dann endlich bei uns zu Hause aufs Wasser. Ich habe es ziemlich schnell geschafft, mich auf dem Board zu halten und ein Gefühl für den Kite zu bekommen. Und weil es so schnell so gut klappte, ging es auch recht schnell ohne Papa aufs Wasser.

Mit Vierzehn durftest Du dieses Jahr über Ostern nach Coche.
NILS: Ja, ich war Ostern für zwei Wochen mit meinem Kumpel Niklas auf Coche. Perfekt, dass wir zusammen auf diesem Trip waren, da er fließend Spanisch spricht. Wir hatten 14 Tage Wind, und wir kamen sehr gut zum Trainieren.

Träumst Du in der Schule von Kiteloop und KGB?
NILS: Ja. Ich sitze gelangweilt sechs bis acht Stunden am Tag in meinem Klassenraum und sehe meistens die Bäume wackeln und kriege dann schon das Kribbeln. Die Lehrer finden das natürlich nicht so toll, und anstatt frei bekomme ich dann auch schon mal eine Extraaufgabe.

Schule und Hochleistungssport – wie geht das zusammen?
NILS: Außer den Strafarbeiten sind meine Noten ganz gut. Ich verstehe mich sehr gut mit dem einen oder anderen Lehrer.

Bist Du in Deiner Klasse der Held?
NILS: Ich bin oft ziemlich müde, weil ich am vorigem Tag trainieren war, und in der Schule schlafe ich oft fast ein. Meistens aber chill´ ich und höre dem Lehrer so zu. Aber wir haben ja auch noch super Fussballer und gute Tänzer in der Klasse, so dass es niemanden wirklich kümmert, was ich so in meiner Freizeit mache.

Was ist am Kiten so toll, dass Du den ganzen Stress auf Dich nimmst?
NILS: Wind, Wasser, Sonne und nette Leute. Das schockt. Die Wettbewerbe machen mir besonders viel Spaß, weil man sich mit Top-Kitern messen kann. Beim Contest auf dem Wasser schenken wir uns dann nichts, auch wenn wir sonst zusammen Fußball spielen und Skateboard fahren.

Du bist mit Naish-Kites unterwegs. Was sagt der angehende Profi zu den Schirmen?
NILS: Die Kites von Naish sind ideal für mich, da ich noch recht leicht bin und super Kites speziell in den kleinen Größen 6, 7, und 8 habe. Aber auch der 9er und 10er sind erstklassig. Und wenn ich mit dem 10er nicht mehr ins Fahren komme, ist Flaute.





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