Bei den drei beliebstesten Kite-Spots Ägyptens hat sich in letzer Zeit einiges getan. In unserem Update erfahrt Ihr das Wichtigste.

Hurghada: Comeback einer Diva
Die First Lady des ägyptischen Bade-Tourismus hatte sich zu eng mit den Russen eingelassen, was ihr in der Krise nicht gut bekam. Jetzt feiert sie ihr Comeback, und die Bühne hat ihr der prominente Wassersport-Unternehmer Harry Nass aufgestellt. Gleich beim Hotel Mercure steht sein feines, schattiges Kitecenter. Vom Bett aufs Brett sind es also nur ein paar Meter. Durch vorgelagerte Inseln bleibt das Revier vom gröbsten Swell verschont. Der Kiterstart am Center in Luv der Hafenmauer könnte komfortabler sein, dafür gibt es viel Auslauf für heiße Finnen und scharfe Foils. Anfänger und Freunde des stehtiefen, türkisen Wassers werden mit dem Boot nach Luv geshuttelt, wo die Kite-Azubis sicher vorm Abtreiben sind.

Eine Alternative zum Hotel Mercure bietet das Procenter Tommy Friedel am Hotel Grand Seas. Zwischen Grand Seas und Jasmin Village breitet sich ein sandiger Kitebeach mit Stehbereich südlich des Procenters aus. Das stehtiefe Wasser der Kitebucht ist geeignet für Ein-und Aufsteiger.

Hamata: Stern des Südens

Hamata ist die Heimat der winterflüchtigen Genusskiter. Die große Lagune wird vor allem im Winter gut belüftet und hat je nach Tidenstand meist genügend Wasser um die Finnen (wer sich‘s aussuchen kann, wählt eine Woche mit High Tide am Tag). Die Lagune ist überall stehtief, becirct mit karibischem Türkis, weckt aber bei auflaufendem Wasser im tiefen Winter Tote auf (frühmorgens kaum 16 Grad, später etwa 20 bis 22 Grad). Von November bis Februar gehört der Neo zur Berufskleidung. Etwas nervig: der Shuttle vom Hotel zum Kite Village. Doch ab August soll das neue Hotel direkt am Spot fertig sein. Preußischer Drill wird in Hamata durch österreichischen Charme ersetzt. Küss die Hand statt Hände hoch.

Somabay: St. Moritz des Wassersports

Auf der kleinen Landnase haben sich alle großen Namen der Hotelbranche niedergelassen. Zwischen zwei Nobelburgen steht das Hotel The Breakers, das sich ausdrücklich an Wassersportler wendet. Das Hotel liegt zwar direkt am Meer, zum Baden geht man aber über einen langen Steg. Und zum Kiten nimmt man den Shuttle zum Seven-Beaufort-Center. Wenige Meter vom sandigen Ufer entfernt ist das Wasser so glatt wie das Badehandtuch. Auf diesem Premium-Strip wollen natürlich alle fahren, weil hier der Wind am stärksten und die Piste wie gehobelt ist. Da lernt man dann die Scheibenwischer-Kite-Steuerung.

In der tieferen Bucht läuft der Wind im Winter mitunter auf Magerstufe, aber die Center-eigene Rescue („room number?“) funktionert. Vorm Center breitet sich ein kleiner Bereich mit Stehtiefe aus – hier werden die Einsteiger geschult. Am Ausgang der Somabucht, nahe dem Hotel Palm Royale, liegt das Kite- und Windsurf-Center Surfmotion. Hier müssen sich Langfinnen-Fahrer und Leinen-Recken in friedlicher Koexistenz üben. Wenn ein Kiter ins Surfer-Fahrwasser gerät, wird er akustisch durch eine Schiffshupe zurechtgewiesen. Die Surfemotion-Betreiber behaupten, dass sie den deutlich bessseren Wind hätten als in El Gouna. Fünf Beaufort in der Lagunenstadt heiße: sechs bis sieben am Ende der Soma Bay. Verifizieren konnten wir das nicht – plausibel wäre aber es aufgrund der Orografie.

Vor dem Center breitet sich eine 180 Meter breite Finnenwaschanlage aus, die im Sommer bei Niedrigwasser trocken fällt wie die Kehle in der Mittagshitze. Im Winter führt die Pfütze immer Wasser. Aber dieses Warmup-Becken ist die Schleuse zum blauen Paradies: Eine tintenblaue, 3.980 m breite Bucht breitet sich vor dem Kiter aus. In der Mitte der Bucht wird’s bei Starkwind dann choppy. Aber diese Schwarzbrot-Strecke muss man einmal durchstehen, damit man den Höchstgenuss in der Soma Bay auskosten darf: Ein Raumschot-Ritt vom nördlichen Ende der Bucht.

Im Süden der Soma Bay allerdings sind Kiter von der Tide abhängig. Immerhin 50 cm macht die Wasserstandsdifferenz zwischen Sommer und Winter aus. Bei Niedrigwasser trocknet die Surf-Emotion sogar ganz aus.

Gut zu wissen:

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