Er hat es wieder getan: Nick Jacobsens neuester Sprung war zwar nicht der höchste, aber einer der riskantesten. Der Däne sprang bei böigem Wind von einer 84 Meter hohen Klippe in der Karibik.

Nick Jacobsen springt mit dem Kite von einer 84 Meter hohen Karibik-Insel
Nick Jacobsen kurz nach dem Absprung von der Karibik-Insel

Nicks Erleichterung kann man spüren, als sein Board nach rund 29 Sekunden Airtime aufs Wasser vor Frigate Island (St. Vincent und Grenadinen) aufsetzt. „That was sketchy“, platzt es aus Nick heraus. Adrenalin-Level: Drölftausend. Dabei ist Nick der wohl routinierteste Kiter, wenn es darum geht, von Gebäuden oder Objekten zu springen. Sein „Crane Jump“ in Kapstadt hat ihm zum internationalen Durchbruch verholfen. Unübertroffen ist sein Sprung vom Burj al Arab Hotel in Dubai. Doch wie Nick im Interview mit KITE (Ausgabe 4/19) verriet, hatte er für den Monster-Sprung ein ganzes Spezialisten-Team zur Seite. In Dubai wurde jedes noch so kleine Detail im Vorfeld analysiert, die Strömungsverhältnisse rund um den Wolkenkratzer präzise berechnet.

Dagegen war sein Sprung von der Mini-Insel in der Karibik geradezu eine spontane Harakiri-Aktion. Als wir Nick im Juli in Dakhla getroffen haben, erzählt er uns: „Das war tatsächlich spontan. Wir waren in der Gegend unterwegs und haben für North die neuen Produkte geshootet. Da ist Graham und mir diese Insel ins Auge gefallen. Wir hatten nur eine grobe Ahnung, was uns dort oben erwartet, konnten die Windverhältnisse kaum einschätzen. Allein der Aufstieg war abenteuerlich. Alles war voller Felsen, dichten Büschen und Dornensträuchern. Ich hatte alle Mühe, überhaupt meinen Kite zu launchen. Als ich ihn in der Luft hatte, merkte ich, wie böig und unberechenbar der Wind war. Graham wollte, dass ich noch kurz warte, weil er noch etwas an seiner Drohne einstellen wollte. Aber ich sagte zu ihm: „Dude, ich kann hier nicht länger rumstehen. Entweder ich springe genau jetzt oder nie!“

Und Nick ist gesprungen. Dank seiner Erfahrung und Kite-Kontrolle konnte er die Extrem-Situation beherrschen und landete 25 Meter im Lee von der Klippe. Nachmachen: Absolut nicht empfehlenswert!

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