Was für ein Spektakel: Gestern schrieb der Red Bull King of the Air 2020 in Kapstadt erneut Geschichte.

Jesse Richman springt einen Megaloop
Jesse Richman gewinnt den Red Bull King of the Air 2020 // Foto: Craig Kolesky/Red Bull Content Pool

Der Cape Doctor zeigte sich gnädig mit den Event-Veranstaltern. Schon früh am Morgen fegte der Wind mit kräftigen Böen über den Kite Beach – perfektes Wetter für den wichtigsten Kite-Contest des Jahres. Bereits in den ersten beiden Runden ging es ans Eingemachte. Big-Player wie Aaron Hadlow, Marc Jacobs, Josh Emanuel, Steven Akkersdijk oder Lewis Crathern mussten sich in der Qualifikationsrunde gegen spannende Newcomer behaupten. Besonders Strapless-Superstar Airton Cozzolino und die einzige Dame im Feld, Angely Bouillot, boten den Fans auf dem vollbesetzten Strand eine irre Show. In Runde 3 warteten die besten sechs Rider aus dem Vorjahr auf die Qualifikanten. Kevin Langeree, Jesse Richman, Nick Jacobsen, Lasse Walker, Liam Whaley und Ross-Dillon Player ließen keinen Zweifel daran, dass sie bei der Titelvergabe ihren Hut unbedingt in den Ring werfen wollten.

Aaron Hadlow beim King of the Air
Aaron Hadlow trainierte hart, gab im Contest alles und stand am Ende auf dem dritten Platz. // Foto: Craig Kolesky/Red Bull Content Pool

In Heat 18 wurde es zum ersten Mal so richtig spannend.Aaron Hadlow, Lewis Crathern und Vorjahressieger Kevin Langeree schenkten sich nichts und kämpften verbissen um den Top-Spot. Routinier Aaron Hadlow bewies, wie ernst er den KOTA nimmt und dass sich sein intensives Training auszahlte. Vor Kevin und Lewis zog der Brite direkt ins Viertelfinale ein. Lewis und Kevin indessen mussten sich durch die Runde 4 kämpfen. Ab dem Viertelfinal begann die nervenaufreibende K.O.-Phase mit vielen Highlights. Kevin Langeree musste gegen Kumpel Jesse Richman ran. Ein schwereres Los hätte er an diesem Tag nicht ziehen können, denn Jesse fuhr wie entfesselt und kickte Kevin unerwartet früh aus dem Event. Liam Whaley trat mit einem eigens für den Contest entwickelten Kite und vielen Trainingsstunden in den Beinen an und fuhr Local Stuart Downey in Grund und Boden. Nick Jacobsen bewies in seinem Heat gegen Antonin Rangin, dass er keineswegs zum alten Eisen gehört und Steven Akkersdijk feierte nach der letztjährigen Verletzungspause gegen Reno Romeu ein fulminantes Comeback mit Megaloops im Dauerfeuermodus.

Angely Bouillot fuhr als erste Frau beim King of the Air mit
Mit Angely Bouillot war erstmals auch eine Frau im KOTA-Fahrerfeld vertreten. // Craig Kolesky/Red Bull Content Pool

Ab den Halbfinals platzte der Strand endgültig aus allen Nähten. Zuerst stritten sich Nick Jacobsen und Liam Whaley sportlich um den Einzug ins Finale. Als hätte Nick einen besonderen Draht zu den Windgöttern, zog pünktlich kurz vor dem Heat der Wind an und spielte Nick in die Karten. Liam fuhr technisch exzellent und rief sein ganzes Können ab. Megaloop-Rotationen, Board-Offs, Handlepasses – besser kann man das kaum machen. Nick hielt mit absurder Sprunghöhe und seinem extrem lässigen Style dagegen. Unbestritten war das der beste Heat des Tages. Das sahen auch die Judges so und verteilten Höchstwertungen. Mit 9,02 sicherte sich Nick den besten Trick des Tages und damit einen Extra-Scheck von seinem Sponsor Mystic. Liam hatte knapp das Nachsehen und hatte sichtlich an seiner Niederlage zu kauen.

Liam Whaley trat mit einem extra für den Contest entwickelten Kite an. // Ydwer van der Heide / Red Bull Content Pool

Jesse und Aaron komplettierten das unbestritten hochklassig besetzte Finale. Alle drei gaben Vollgas. Stilistisch unterschiedlich, technisch auf enorm hohen Niveau und nervenzerreißend spannend schossen sich die drei ein ums andere Mal in den Himmel über Kapstadt. Die Führung wechselte ständig und die Scores fielen unfassbar knapp aus. Jesse fuhr frech, abgezockt und ließ wie immer einen Hauch von Wahnsinn durchblicken. Am Ende des Heats hatte er leicht die Nase vorn, doch das endgültige Ergebnis der Judges ließ auf sich warten. Wie auch in den Vorrunden zählten die besten drei Tricks. Mehr als nur das Zünglein an der Waage war in diesem Jahr der vierte Score: die Overall Impression. Wer besonders variantenreich, sicher und kreativ fuhr, dabei ans Limit ging und dennoch die Kontrolle behielt, konnte hier wertvolle Extra-Punkte einfahren. Offenbar sahen die Judges bei der Overall Impression Jesse deutlich vor Nick und Aaron, sodass der Hawaiianer den King of the Air 2020 mit einer überragenden Wertung für sich entscheiden konnte.

Nick Jacobsen springt auf den zweiten Platz beim King of the Air 2020
Nick Jacobsen profitierte vom starken Wind, zeigte hochklassiges Riding und durfte sich über den zweiten Platz hinter Jesse Richman freuen. // Craig Kolesky/Red Bull Content Pool

Genießt die die Highlights in der Video-Zusammenfassung von Red Bull:

Den kompletten Nachbericht mit vielen Insights und Kommentaren von Megaloop Experte Sebastian „Buzzy“ Witzleben zu allen wichtigen Ridern lest ihr in KITE Magazin Ausgabe 1/20, erhältlich ab 4. März 2020.

Jesse Richman lässt sich verdient von den Fans als King of the Air 2020 feiern. // Foto: Tyrone Bradley/Red Bull Content Pool