Liebe KITE Magazin Leser und Abonnenten,

heute erscheint die neue KITE Ausgabe 2/20 – aufgrund der Corona-Pandemie allerdings leider nicht wie gewohnt gedruckt, sondern digital.

Immer wenn es heißt, wir leben „in Zeiten von“, ist die Welt im Umbruch. Als ich zum ersten Mal „in Zeiten von Corona“ las, sträubten sich mir die Nackenhaare. Dass ein Virus die gesamte Welt lahm­legen könnte, war nicht vorstellbar. Noch im Februar saßen wir am Ende der Test-Produktion auf Sal mit einem Bier in der Hand am Strand und freuten uns darauf, dass 2020 ein tolles Jahr werden dürfte. Erschreckend, wie schnell die Dinge seitdem ins Wanken geraten sind…

Die Corona­krise hat uns, genau wie die gesamte Kite-Branche, erwischt wie eine Hammerbö an einem Kite ohne Depower. Es reißt einen in die Luft. Man strampelt und kämpft. Und man hofft, dass sie schnell durchzieht und man unbeschadet wieder festen Boden unter die Füße bekommt. Doch diese Bö hat kaum nachgelassen. Im Gegenteil: Sie hat sich zu einem der heftigsten Stürme ausgewachsen, die unsere Bran­che je erlebt hat. Und genau wie viele Hersteller, Shops, Kiteschulen, Stationen, Reiseanbieter und Teamfahrer hängen wir noch immer in der Luft.

Man muss leider davon ausgehen, dass einige die Krise nicht überstehen. Die Kite-Touristiker wurden als Erste am härtesten von einem Stornierungs-Tsu­nami überrollt. Stationen und Resorts auf der ganzen Welt mussten von heute auf morgen schlie­ßen. Gäste und Mitarbeiter saßen fest, weil ihre Flüge gecancelt wurden. Die Shops mussten zusper­ren, und selbst seit sie wieder öffnen durften, tröpfelt der Umsatz nur vor sich hin. Einige Kite-­Hersteller verzeichneten im März und April einen Umsatzrückgang von 90 Prozent – und das sind für die Brands normalerweise mit die umsatzstärksten Monate des Jahres. Kiteschulen konnten bis Redaktionsschluss nur spekulieren, wann sie den Betrieb wieder aufnehmen dürfen. Kite-Profis, deren Lebensgrundlage Kitesurfen ist, sitzen auf dem Trockenen und über den allermeisten von ihnen wird kein staatlicher Rettungsschirm aufgespannt. Viele Existenzen stehen auf der Kippe. 

Auch wir als Magazin haben zu kämpfen. Es ist kein Geheimnis, dass unsere wirtschaftliche Grundlage von Werbe- und Verkaufsumsätzen ab­hängt. Beides ist seit Beginn der Krise eingebrochen. Beson­de­re Zeiten erfordern besondere Maßnahmen – das war in den letzten Wochen häufig in den Me­dien zu lesen. Damit wir auch nach der Krise weiter für euch, liebe Leser, da sein können, ist eine besondere Maßnahme leider unumgänglich:

Die­se Ausgabe wird erstmals in der Geschichte von KITE nicht gedruckt, sondern als reines Di­gi­tal-­­­Ma­ga­zin erscheinen.

Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Für mich ist es ein merkwürdiges Gefühl, so hart wie selten zuvor gekämpft zu haben, damit die Ausgabe nicht nur fertig, sondern auch gut wird, aber am Ende kein gedrucktes Heft in der Hand zu halten. Und trotzdem bin ich froh und auch ein kleines bisschen stolz, dass wir euch unsere Inhalte in gewohnter Qualität – und mit 148 Seiten sogar in gesteigertem Umfang – selbst in dieser schwierigen Zeit anbieten können. Nur eben ausnahmsweise nicht auf Papier, sondern digital in unserer KITE Magazin App und im E-Paper.

Zwar ist noch nicht absehbar, wann sich der Sturm legt, doch blicken wir schon jetzt optimistisch in die Zukunft. Schleswig-Holstein hat seine Grenzen für Kiter geöffnet und auch aus Niedersachsen und Österreich kommen die ersten Signale, dass die Kite-­Saison 2020 bald Fahrt aufnehmen könnte. Bei allen einschneidenden Veränderungen: Der Krisen­modus wird nicht das neue Normal. Das haben wir und ihr ein Stück weit auch selbst in der Hand.

Den Sommerurlaub im eigenen Land verbringen zu müssen – es könnte schlimmer sein. Schließlich haben wir tolle Kite-Spots, die es sich zu entdecken lohnt. Zehn davon wollen wir euch als kleine Inspiration mit dieser Ausgabe ans Herz legen. Vielleicht ist ja jetzt die Zeit, etwas Neues auszuprobieren, Wingfoilen zum Beispiel. Daniel Dingerkus hilft euch ab Seite 72, den Einstieg zu meistern. Oder ihr liebäugelt schon länger mit einem neuen Kite? Dann bietet euch unser Allround-Test eine informative Entscheidungshilfe. Ich vermute, viele von euch stehen bereits in den Startlöchern – genau wie Cover-Model Hannah White­ley, die auf gepackten Kite-Bags zu Hause in England sitzt und nur darauf wartet, dass es endlich wieder losgeht. Und wer weiß, vielleicht können wir ja bereits im Herbst oder Winter wieder in wärmere Gefilde reisen. Ob mit dem Auto – wie Alina Kornelli bei ihrem Roadtrip nach Kroatien – oder mit dem Flugzeug auf die Kapverden, lasst euch von unseren Reise­geschichten inspirieren und den Kopf nicht hängen. Wir tun es auch nicht. Der Kite-Sommer kommt bestimmt, auch wenn er dieses Jahr ein bisschen anders ist. 

Bis zur nächsten Ausgabe, dann auch wieder in gewohnter Papier-Form!

Vielen Dank für Euer Verständnis und bleibt gesund,

Euer Arne 

Die Ausgabe 2/20 gibt es ab sofort kostenlos digital in der KITE App und im E-Paper! Hier geht´s zur Ausgabe:

https://kitemagazin.app.link/gratis

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