Draufstellen, losfahren, Spaß ­haben: Das Duotone Select punktet durch sein einfaches Handling. 

Das Duotone Select 2020 im Freeride-Test

Duotones Freerider Select wurde erst im vergangenen Jahr komplett neu aufgebaut, um dadurch das bisher sehr beliebte X-Ride mit ins Select-Konzept aufnehmen zu können. Seitdem hat es sich auf Anhieb an der Spitze der Duotone-Verkaufscharts festgesetzt. 

Konstruktion:

Grundlegendes hat sich bei der Konstruktion des Select im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. Jedoch hat Duo­tone seine Entity-Schlaufen und -Pads überarbeitet. Für bessere Anpassbarkeit, Ergonomie und damit mehr Komfort sowie Kontrolle gibt es die Bindung jetzt in gleich vier verschie­denen Größen. Ebenso neu ist das ergonomische Pad mit einer speziell geformten Zehenpartie, die den Grip verbessert. 

Fahrverhalten:

Das Select scharrt schon im unteren Windbereich mit den Hufen und will vorwärts. Es gleitet mühelos an und will, einmal beschleunigt, von allein kaum wieder damit aufhören. Selbst gröbere Windlöcher werden smooth durchglitten. Das Handling des Select darf man auf die Formel „einfach und unkompliziert“ herunterbrechen. Ist die richtige Gewichtsverteilung mit etwas mehr Last auf dem hinteren Bein gefunden, macht das Select jederzeit genau das, was der Pilot von ihm fordert. Es lässt sich satt beschleunigen, bis die Kante raucht. Spritzwasser kennt es so gut wie gar nicht. Nur bei Topspeed im Kabbelwasser oder einem sehr breiten ­Stance kommen Tropfen nach oben geschossen. Trotz des sportlich straffen Feelings kommt der Komfort nicht zu kurz. Denn die Dämpfung fällt hervorragend aus und harmoniert mit dem äußerst präzisen und technisch wenig fordernden Handling. Das Select fühlt sich etwas weniger spielerisch als das De­luxe und ist nicht so loose abgestimmt, zudem wirkt es etwas härter. Die Kante führt sauber und das Board klebt nicht auf den Finnen, bietet aber gleichzeitig mehr als ausreichend Grip, um auch bei heftigen Böen nicht nach Lee auszubüchsen. Stattdessen wandelt es die Energie effizient in Geschwindigkeit um. 

Höhelaufen:

Wie es sich für einen guten Free­rider gehört, klappt das Höhelaufen mit dem Select fast schon automatisch. Drauf­stel­len, losfahren, ankanten – fertig. Schon bei minimalem fahrtechnischen Können erzielt man gute Kurse in Richtung Luv. Dabei macht es keinen großen Unterschied, ob es bei sehr wenig oder sehr viel Wind gefahren wird.

Kantenhalt bei Überdruck:

Wenn es richtig deftig ballert, hat das Select die Ruhe weg. Die etwas weicheren Tips flexen Uneben­hei­ten im Wasser geschmeidig weg, während die Kante mit stoischer Gelassenheit ihren Dienst verrichtet. Trotz der guten Dämpfung geben die Tips nicht nach, sodass am Ende nur die Oberschenkelmuskulatur darüber entscheidet, wann der Starkwindspaß beendet ist. Das Select bietet enorme Reserven. 

Drehverhalten / Führung:

Das Select zählt nicht zu den hyperagilen Boards dieser Testgruppe. Dafür punktet es mit jeder Menge Präzision in allen Lebenslagen. Es carvt sauber und mit viel Dampf in unterschiedlichen Radien. Dabei gleitet es gut durch die Turns und zieht mit Kite-Unterstützung kraftvoll und mit enormem Grip in die Kurve. Nur beim Drehen des Boards auf der Wasseroberfläche in die Switch-Position spürt man, dass ein Stück der starken Führung mit den Finnen erkauft wurde. Denn die können beim unachtsamen Drehen des Boards auf dem Wasser oder bei falscher Gewichtsverteilung etwas hakeln. 

Springen:

Das Sprungverhalten machte das Select zu einem der Lieblinge unserer Testcrew: Es benötigt wenig Kraft im Absprung, sodass sich die Kante ganz sauber und dosiert aufladen lässt, um sich schließlich willig und kraftvoll mitsamt Pilot aus dem Wasser zu schießen. „Mit keinem anderen Board konnte ich bisher so genau abspringen“, lobt einer der Tester. Eingehakte Sprünge mit Takeoff über den hinteren Fuß sind sein Metier. Die Landungen gelingen erstaunlich weich und vor allem fehlerverzeihend. 

Fazit:

Das Select hat im Freeride-Segment enorm viel zu bieten: hohe Laufruhe, vorbildliche Gleiteigenschaften, viel Kontrolle und ein hervorragendes Sprung-Handling. Dazu kann es mühelos vom Einsteiger genau wie vom Profi gefahren werden. Wer in das Select investiert, wird damit lange Freude haben. 

Test Noten Duotone Select 2020
Testnoten Duotone Select 2020

TECHNISCHE DATEN:

Länge: 138,0 cm        

Breite: 41,3 cm

Breite Tips: 28,3 cm        

Rocker: 4,5 cm

Finnen: 5 cm      

Gewicht: 4.136 g

Stanceoptionen: stufenlos verstellbar     

Duckstance: stufenlos verstellbar

Preis:

878 Euro inkl. Straps und Pads

Gut / Weniger Gut

  • präzises Handling
  • sehr einfach zu fahren und zu springen
  • Spritzwasser bei zu viel Belastung vorne