20 Jahre alt – und kein bisschen alt­backen. Das Jaime von Duotone hat sich ständig weiterentwickelt und zählt auch nach zwei Dekaden zu den Top-Freeridern.

Das Duotone Jaime 2021 im Test

Das Jaime darf man guten Gewissens als die Mutter aller Performance-Freeride-Boards bezeichnen. Erstmalig kam es 2002 als Bestandteil der ersten Board-Linie von (damals noch) North Kiteboarding auf den Markt. Damit ist das 2021er-Jaime die 20. (!) Version und damit wohl eine der ältesten Kiteboard-Li­nien überhaupt. Glückwunsch zum Jubiläum! Das Jaime wird wie alle Duotone-Twintips im „Mo­ther­ship“-Werk von Capita in Österreich hergestellt, wo der gesamte Herstellungsprozess CO2-neutral stattfindet. Die Formgebung des Boards wird vom Double Diffusor dominiert, was sich in halbwegs einfachen Worten am besten als doppelkonkav, einfach konvex und mit Channels ausgerüstet beschreiben lässt. Die Oberseite ist mit Grab-Rails im Centerbereich versehen, die nicht nur zu Indy Grabs einladen, sondern auch Board-offs komfortabler gestalten. Biaxiale Glasfasern umwickeln den Holzkern, Carbon kommt nur auf der Unterseite in Form einer Netzstrumpfhose zum Einsatz. Damit wird der Flex etwas straffer als bei einem reinen Glasfaser-Brett, bleibt ­aber natürlich weicher als bei einem Vollcarbon-Bolide.

Fahrverhalten:

Das Jubiläums-Jaime ist spritzig wie eh und je. Es lässt sich auch mit wenig Kraft im Kite gut beschleunigen und dabei in jeder Fahrlage sehr präzise dirigieren. Feinfühlig reagiert es auf jeden Lenkimpuls. In unserem Testfeld zählt es mit dem Raptor zu den direktesten Brettern. Bei der Gewichts­verteilung sollte viel Druck auf dem hinteren Fuß lasten, denn geht man zu weit nach vorne, leidet der Grip und die vordere Finne kann etwas catchen. Bleibt man aber hinten, hat man ein herrlich agiles Brett am Fuß, das kiloweise Spaß versprüht. Carving gehört zwar nicht zu den Paradedisziplinen, aber nach kurzer Einfahrzeit und mit aktiver Fahrweise gelingt auch das gut. Das Jaime ist eigentlich das Referenz-Board, wenn es um Performance-Freeride geht.

Da ist es nicht verwunderlich, dass man ihm extreme Fahrleistungen aus dem Rumpf kitzeln kann, wenn man ordentlich zutritt. Beim Pop ohne Schirmunterstützung fliegt es ganz oben mit, und auch wenn man den Kite für den Lift bemüht, erreicht man Bestmarken. Sein Tail bietet gerade genug Führung, dass man selbst überpowert nicht unerwartet weggepflückt wird, neigt aber nicht dazu, noch Lenkimpulse zu setzen, wenn man sich bereits in der Luft wähnt. Bei der Landung wird klar, warum Duotone dem Double Diffusor im Unterwasserschiff den beeindruckenden Namen verpasst hat. Selbst harte, schnelle Touchdowns, bei denen normalerweise null Marge für Fehler einkalkuliert ist, gelingen erstaunlich mühelos – und vor allem knieschonend. Es fühlt sich nicht so an, als würde man die Kontrolle schnell zurückerlangen, sondern eher so, als hätte man sie nie aus der Hand gegeben. Geht man mit dem Jaime in den Überpowerbereich, ist neben der richtigen Technik etwas Kraft im Oberschenkel gefragt. Wer sich so abmüht, bekommt ein spritziges Handling und ein Brett, das in keiner Situation überfordert wirkt, sondern eher zu mehr anstachelt. Mit über 900 Euro inklusive NTT-Bindung liegt das Duotone auch beim Preis weit vorne im Feld. Rechnet man die CO2-neutrale Produktion in Österreich und die reichhaltige Ausstattung mit hinein, bekommt man unterm Strich viel geboten fürs Geld. Außerdem schaut es im neuen Design einfach turbogeil aus.

Fazit:

Das Jaime bleibt seiner Linie als ein vor Performance nur so strotzender Freerider treu. Mit überpowertem Kite ist etwas Fahrkönnen gefragt, aber im normalen Windbereich lässt sich das Board mühelos unter Kontrolle halten und punktet mit großer Dynamik. Die große Fan-Gemeinde, die es sich in den letzten 20 Jahren erarbeitet hat, kommt nicht von ungefähr.

Das Duotone Jaime 2021
Testnoten für das Duotone Jaime 2021

TECHNISCHE DATEN:

Länge: 136 cm
Breite: 41 cm
Breite Tips: 32,2 cm
Gewicht: 3.895 g
Finnen: Carbon 45 mm
Stance-Optionen: stufenlos
Stance-Winkel: stufenlos

Preis:

918 EUR inkl. Schlaufen/Pads

Gut / Weniger Gut

  • direktes, sehr agiles Handling
  • Sprung-Performance und Landungen

Weitere Freeride-/Allround-Boards im Test:

Airrush Switch, Crazyfly Raptor, Eleveight Master, Flysurfer Radical 6, F-One Trax HRD LT, Gaastra Watts, Naish Traverse und Reedin Kev Pro – jetzt den kompletten Test in Ausgabe 04/20 im E-Paper oder in der App hier lesen!

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