F-One bringt mit dem neuen Shadow einen reinrassigen, hochagilen Spezialisten für ­kleine bis große Wellen.

Das Shodow von F-One im Wavetest

Wieso ergänzt F-One die Directional ­Range um ein weiteres Board, wenn es doch schon einen Alleskönner wie das Mitu in verschie­denen Bauweisen gibt? Die Antwort von F-One-Chef Raphael Salles ist einfach: Beim Shadow geht es um 100 Prozent Wave-Performance und nichts anderes. Dieses Board soll ein möglichst authentisches Surfboard-Feeling vermitteln – und das in so ziemlich allen Wellenbedingungen

Konstruktion:

F-One fertigt sein Surfboard Shadow in HD-Foam-Flex-Composite-Bauweise. Dieses spezielle Schaumkomposit soll die Balance aus Flex und Stabilität verbes­sern. Gleichzeitig soll sie das Gewicht reduzieren und ein ähnliches Feeling wie klassische Glass-PU-Konstruktionen vermitteln. Unter dem Pad im Bereich des vorde­ren Fußes sind Shock-Absorber aus EVA ein­la­mi­niert. Das soll einerseits für bessere Dämpfung, andererseits aber für längere Haltbarkeit sorgen, denn die Absorber ver­rin­gern die Dellenbildung. Der Shape ist ins­gesamt voll auf Welle ausgelegt. 21 Liter Volumen beim 5’6er sind vergleichsweise wenig und schreien nicht gerade nach schweren Fahrern. Das 5’4er kommt sogar mit schlanken 19,5 Litern aus. Applaus erhält F-One erneut für die gewohnt guten, vollflächig geklebten Pads, die eine schöne Mischung aus Halt, Dämpfung und Komfort beim Strapless-Kiten vermitteln und durch die kleine Wöl­bung dem vorderen Fuß Ex­trahalt bieten.

Fahrverhalten:

Das geringe Volumen macht sich beim Angleiten sofort bemerkbar, denn das Shadow verlangt Druck, um ins Gleiten zu kommen. Der geringere Auftrieb fällt deutlich auf. Auch wenn man im Standgas vor dem Line-up umhertuckert und auf eine passende Welle wartet, muss man als ­Mittel- bis Schwergewicht aufpassen, damit das Board nicht abgurgelt. Beim Fahren liegt es dadurch wiederum etwas tiefer und sehr satt im Wasser. Allerdings verlangt die französische Wellenmaschine einen erfahrenen Piloten, denn sie reagiert überaus direkt. In dieser Gruppe ist das Shadow das reaktivste Board, aber gleichzeitig am anspruchsvolls­ten zu fahren. Aufsteiger empfinden das als nervös. Ebenso direkt reagiert es auf Be­las­­tungsfehler. Wer richtig steht und sein Gewicht sauber verteilt, treibt das Shadow zügig vorwärts. Sein Speed-Potenzial ist bei ent­spre­chender Führung enorm! Doch es mag cleane, schnelle Wellen lieber als Kab­bel­wasser, denn auf rumpeliger Piste bietet es weniger Laufruhe trotz des eigentlich ausgeprägten Flex und der guten Dämpfung. Dann spürt man auch die geringere Kippstabilität im Vergleich zu den gutmütiger abgestimmten Allroundern.

Fußwechsel, Wenden und Halsen gelingen mühelos und ohne Kraftaufwand, wollen aber sauber ausgeführt werden. Seine Stärken liegen unbestreitbar im Wave-Handling. Damit lassen sich superenge Turns auf den Punkt zirkeln, sodass man es auch in chao­ti­schen Wellen in einem Sekundenbruchteil ansteuern und in die Lippe pressen kann. Agiler und direkter geht hier kaum ein Board ans Werk. Jedoch muss man aufpassen, das Tail dabei nicht zu überziehen. Die Kante ist relativ bissig abgestimmt. Große, cleane und vor allem druckvolle Wellen liegen dem Shadow. Hier kann es sein Speed-Potenzial und die guten Carving-Eigen­schaf­ten ausspielen. Doch auch hier ist die hyperreak­tive Abstimmung nicht jedermanns Sache. In un­se­rem Testteam variierten die Urteile für die Wave-Performance von überragend bis zu nervös. Besonders für schwere Fahrer ab 80 Kilogramm wirkt das Board etwas zu klein.

Fazit:

Reinrassiger, hochreaktiver Wave-Spezialist mit wenig Volumen für leichte bis mittlere Fahrer: Das Shadow fordert Fahr­kön­nen, gibt dafür in der Welle aber viel zurück. Für Wave-Einsteiger könnte es zu nervös sein.

Das Shodow von F-One als Freistellen
Testnoten für das Das Shodow von F-One

TECHNISCHE DATEN:

Länge: 5’6″
Breite: 18,50″
Gewicht: 3,77 kg
Volumen: 21 l
Finnen: Thruster
Finnenlänge: 11 cm
Strap Inserts: ja

Preis:

999 EUR inkl. Finnen/Pads

Gut / Weniger Gut

  • sehr reaktives Handling
  • hohes Speed-Potenzial
  • wenig Auftrieb und Low End (schwere Kiter)

Weitere Directional Boards im Test:

Cabrinha S-Quad, RRD Barracuda, Duotone Pro Wam, Naish Global, Slingshot Celero FR- jetzt den kompletten Test in Ausgabe 01/20 im E-Paper oder in der App hier lesen!