Mario Rodwald beweist mit dem Statement, dass er auch auf dem Directional-Markt ein Wörtchen mitreden kann.

Das Statement von Koldshapes im Test

Mit dem Statement hat Kold Shapes, die Board­-Schmiede von Mario Rodwald, sein erstes Directional vorgestellt. Der Philosophie der Marke folgend wird bei der Fertigung besonders auf Nachhaltigkeit geachtet.

Konstruktion:

Das Board wird in klassischer Glasfaserbauweise mit einem PU-Kern und durchlaufendem Stringer gefertigt. Zur Verstärkung der Standflächen werden Innegra-­Fasern eingesetzt. Auffällig ausgeprägt ist der tiefe, komplett von der Nose bis zum Tail laufende Channel im Unterwasserschiff, der in der Mitte konvex gewölbt ist. Das soll einerseits die Laufruhe im Chop verbessern und gleichzeitig Landungen besser abdämpfen. Bei dem Board wird auf Strap-Inserts verzichtet. Die geklebten Kork-Pads sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Fahrverhalten:

Das federleichte Filigran-­Board zählt nicht zu den Leichtwind-Ikonen dieser Gruppe. Es braucht etwas Wind, gleitet dann aber sauber an. Sofort spürt man das gute Gleitverhalten, denn das State­ment läuft wunderbar frei. Wir haben es mit sehr harten Kork-Pads getestet, die das Board härter wirken lassen, als es eigentlich ist. Durch die Bauweise bietet es gute Dämpfung und liegt tiefer und dadurch satter im Wasser als die Sandwich- oder EPS-Boards. Das Board verlangt nur wenig Führung und läuft gut geradeaus. Nur im Kabbel schlägt es leicht. Man sollte bei der Gewichtsverteilung auf eine neutrale Position achten. Zu viel Druck auf dem vorderen oder hinteren Bein verzeiht es nicht so leicht wie die gutmüti­geren Cross, Whip oder Slice. Hat man die richtige Belastung gefunden, gleitet es auch durch Windlöcher ohne größeres Stottern. Dabei erreicht es ein überdurchschnittliches Tempo. Die Abstimmung gestaltet sich ausgewogen zwischen gutem Grip auf der Kante, aber einem Handling, das noch loose genug ist, um nicht behäbig zu wirken. Etwas mehr Technik verlangt es beim Höhelaufen.

Wie ein klassisches Wave-Board möchte es mehr über die Finnen gefahren werden und weniger über die Rails. Wer das Tail sauber führt, erzielt gute Amwindwinkel. Der ­Shape lässt sich sauber und auf Wunsch auch radikal in engen Turns carven. Insgesamt wirkt das Statement einen Hauch sportlicher abge­stimmt als viele seiner Konkurrenten. Halsen werden mit gutem Tempo stabil durch­ge­glitten, auch wenn die Schirmsteue­rung mal nicht passen sollte. Für gelungene Tacks sollte man nicht zu grobmotorisch agieren. Das Statement will sauber und weit in die Tack hineingecarvt werden, denn es lässt sich nicht ganz so leicht auf der Stelle drehen wie die gutmütigeren Boards. Dafür gibt es sich beim Fußwechsel angenehm kippsta­bil. In der Welle punktet es dank seiner hohen Kon­trollierbarkeit, seiner Gleiteigenschaften und des Speedpoten­zials. Es setzt die Kraft der Welle sofort in ­Geschwindigkeit um und fühlt sich auch in größeren Wellen zu Hause. Je nach Geschmack lässt sich das Tail radikal in die Lippe hacken oder das Board über die gesamte Länge in geschmeidigen Turns carven. Dazu verlangt es nur sehr wenig Kraft bei den Steuerimpulsen und reagiert agil am Fuß – echtes Surfboard-Feeling eben. In dem kurzen Statement steckt ein ausgewach­se­ner Wellenreiter. Garniert wird die gute Ge­samt­performance mit vorzeigbaren Sprung­eigenschaften. Beim Absprung bietet es ausreichend Pop und lässt sich mit spürbarem Feedback auslösen. In der Luft hängt es ruhig am Fuß. Mit Wachs oder anderen Pads würden die Kontrolle und die Dämpfung der Landungen noch besser ausfallen, denn die wirken ein wenig hart.

Fazit:

Gelungenes Statement: Mit klaren Stär­ken in der Welle und authentischem Surf­board-Feeling weiß das sportlich ab­gestimmte Kold Shapes in verschiedensten Bedingungen zu überzeugen.

Das Statement von Koldshapes im Test
Das Statement von Koldshapes im Test

TECHNISCHE DATEN:

Länge: 5’2″
Breite: 46 cm
Gewicht: 3,22 kg
Volumen: k.A.
Finnen: Thruster
Finnenlänge: 11 cm
Strap-Inserts: nein

Preis:

899 EUR ohne Finnen/Pads

Gut / Weniger Gut

  • agiles, lebendiges Handling
  • gute Wave-Performance

  • Pads (Fremdhersteller) recht hart

Compact Shape Directionals im Test:

Cabrinha X-Breed, Duotone Pro Whip, Naish Skater, RRD C.O.T.A.N. clasic, F-One Slice Carbon, Liquid Force Messenger, North Cross, Slingshot Sci-Fly – jetzt den kompletten Test in Ausgabe 01/20 im E-Paper oder in der App hier lesen!