Höhenrausch: Duotone Rebel 2020

Auch Duotone setzt bei der Weiterentwicklung des Klassikers Rebel auf neues Material: Leichtbau ist die Zauberwort. Dafür wurde das Gewicht des Trailing-Edge-Materials um über die Hälfte reduziert. 

Während der Name Duotone gerade mal eine Kerze auf der Torte zählt, jährt sich das Erscheinen des Rebels zum 14. Mal. Normalerweise beginnt bei stürmischen Jungs ja in diesem Alter die rebellische Pubertät. Ob der Rebel nun auch zickige Allüren entwickelt? Kaum vorstellbar, doch auch bei ihm bleibt die Entwicklung nicht stehen. Eine Änderung springt sofort ins Auge: das Design der Schleppkante. Hier kommt ein neues Material zum Einsatz, das mit nur 70 Gramm pro Quadratmeter leichter und weniger steif ist als das bisherige 160-Gramm-Dacron des 2019er-Modells. Das spart nicht nur Gewicht, es sollte auch die Langlebigkeit fördern, da am Übergang von Schleppkante zu Segelfläche der Weißbruch im Tuch minimiert wird. Der Rebel kommt schon seit drei Jahren ohne die fünfte Leine aus, ist aber immer noch für den Gebrauch mit der 5th Element Bar vorbereitet. An der Waage finden sich Anknüpfpunkte für die älteren 5th Element Bars und eine Noseline ist ebenfalls vorhanden.

Flugstabilität:

Duotone hat dem als Hoch­sprin­ger positionierten Kite eine hohe Streckung verpasst, was ihn einen Tick weiter aus dem Windfenster fliegen lässt als die meis­ten anderen Schirme. Bei ungleichmäßigen Windbedingungen macht sich das durch leichtes Rascheln bemerkbar, ohne jedoch negativ an der Bar aufzufallen. Die Kappe ist unanfällig für Strömungsabrisse. Um einen Backstall zu produzieren, muss man sich wirklich Mühe geben und die Bar über lange Zeit voll angepowert halten. Und nur wer den Kite wirklich weit unterspringt, vollbringt damit das Kunststück, ihn mit einem Frontstall vom Himmel zu pflücken.

Bar-Gefühl:

Der Rebel hängt etwas leichter an den Steuerleinen und lässt sich komfortabel und ohne hohen Kraftaufwand durch Sinuskurven dirigieren. Die Rückmeldung beim Fliegen von Kurven ist dabei angenehm präzise und man spürt den Kite jederzeit gut, auch wenn wenig Gegendruck an der Leine anliegt. Die Haltekräfte fallen stärker aus und bewegen sich im oberen Mit­telfeld. Sein Sweet-Spot ist dadurch sehr einfach zu spüren und der Kite versorgt den Piloten problemlos mit gleichbleibendem Vortrieb. Böen und Windlöcher sind genau so einfach zu spüren wie die ideale Position auf dem Depower-Tampen. Die mitgelieferte Click Bar bietet Features wie einen variablen Stopper und den einzigartigen Adjuster, bei dem der Trimm über die Steuerleinen eingestellt wird. Den einzigen Wermutstropfen stellt der dicke, eckige Depower-Tampen dar, der auch in der neuen Version bei starken Lenkeinschlägen blockiert und das An- oder Depowern spürbar erschwert – ein Kritikpunkt, den wir schon letztes Jahr feststellten. 

Flug- und Drehverhalten:

Ein so stark ge­streck­ter Fünf-Strut-Kite muss mehr Strecke bewältigen und mehr Masse bewegen, um ei­ne Drehung zu vollführen als ein Low-Aspect-Shape. Der Rebel sortiert sich bei der Drehgeschwindigkeit hinter den Drei-Strut­tern ein, fliegt jedoch für seine Zwecke schnell genug. In den Kurven liefert die Kappe konstanten Vortrieb, der sich gut spüren lässt. Der Kite fliegt dabei absolut berechenbar und sauber.

Flugleistung:

Der Rebel kommt etwas später los als XR und Switchblade. Damit muss er sich beim Low End hinter den Spitzenreitern einsortieren, hat aber natürlich etwas mehr Dampf als die meisten Drei-Strut-Kites. Mit zunehmendem Wind fühlt sich das Handling dann immer besser an und man erkennt, dass sich der Rebel mit viel Druck im Tuch am wohlsten fühlt. Die Grenze nach oben wird hier mehr von der Kraft und dem Können des Piloten beeinflusst als vom Flugverhalten. Der Rebel macht nicht ab Windstärke X plötzlich dicht, sondern wird langsam immer stärker, bis die Person am Chicken Loop zu schwach ist. Der Rebel fliegt weit an den Windfensterrand und ist beim Höhelaufen kaum zu überbieten. Die gute Balance der Kappe lässt auch Ausflüge in andere Spielrichtungen des Kitens zu. Bei genug Wind zeigt der Rebel genug Drift, um kleinere Wellen in Onshore-Bedingungen zu shredden, und auch ausgehakt produziert er ausreichend Pop für satte Absprünge, hat danach aber konstruktionsbedingt kaum Slack, sondern zieht straff weiter.

Sprungleistung:

Beim gemütlichen Cruisen lässt sich der Rebel mit spielerischer Leichtigkeit springen. Er gibt dabei hervorragende Rückmeldung und es lässt sich bereits kurz vor dem Absprung erfühlen, wie der Sprung ausfallen wird. Mit zunehmendem Wind nimmt auch die Sprungleistung zu. Am oberen Windlimit hat man ein hochgezüchtetes Turboaggregat am Haken, das, gutes Timing vorausgesetzt, zu ungeahnten Höchstflügen imstande ist. Der Übergang vom Schoßtier zum Biest gelingt ihm flüssig.Im oberen Bereich sind die exzellent arbeitende Depower und das exakte Flugverhalten eine große Hilfe, die Kontrolle zu behalten. Big Airs sind relativ einfach zu treffen, da der Rebel nicht nach hoher Boardgeschwindigkeit verlangt und in hoher Flugposition aufgeladen werden kann. Ab da ist das Erfolgsrezept denkbar simpel: Kite hoch, Bar runter, Abflug. Bei der erreichbaren Sprunghöhe bildet der Rebel zusammen mit Pivot und XR die Spitzengruppe.

Fazit:

Kein Kite verkörpert den Begriff Per­formance Freeride so sehr wie der Rebel. Kitern, die gerne hoch hinaus wollen und das kleine Einmaleins des Big Air kennen, bietet er exzellente Leistung. Der Rebel ist für blutige Einsteiger etwas anspruchsvoller zu meistern. Bei erfahrenen Freeridern entfaltet er ein gewaltiges und leicht abrufbares Potenzial für hohe und lange Sprünge – beste Vor­aus­setzungen für einen Dauer-Höhenrausch. 

Grössen / Preise

5,0 qm: 1.229 EUR

6,0 qm:  1.299 EUR

7,0 qm: 1.379 EUR

8,0 qm: 1.459 EUR

9,0 qm: 1.529 EUR (Testgröße)

10,0 qm:  1.599 EUR

11,0 qm: 1.679 EUR

12,0 qm: 1.759 EUR (Testgröße)

13,0 qm: 1.839 EUR

14,0 qm: 1.919 EUR

15,0 qm: 1.999 EUR

Bar / Preise

Trust Bar Quad Control (S/M, M/L): 429-459 EUR

Click Bar Quad Control (S, M*): 599 EUR

Chicken Loop separat: zzgl. 59,90-79,90 EUR

Gut / Weniger Gut

  • einfaches Handling bei Big Airs/Hangtime
  • Depower/Höhelaufen
  • bei viel Wind: Sprungleistung kann Einsteiger überfordern (Profis finden’s super!)

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Der Rebel im Freeride-Vergleichstest:

Weitere Kites im Test: Cabrinha Switchblade, Core XR6, F-One Bandit S, Naish Pivot, RRD Passion, Slingshot Raptor, .

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Hersteller-Video zum Produkt: