Der Preis ist eine Ansage, das Versprechen von Duotone ebenfalls: Mit dem neuen Juice D-Lab soll Kiten nahezu ohne Wind möglich sein. Das könnte die kitebaren Tage für Foiler und Twintip-Rider vervielfachen. Die Windgeister Fehmarn haben das Hightech-Gerät unter die Lupe genommen. 

Die große Neuerung hat die Farbe von Gold, ist auch fast so teuer, wiegt aber deutlich weniger: Aluula heißt das neue „Wunder-material“, aus dem Fronttube und Struts ge-fertigt sind und das den konsequenten Leichtbau auf die Spitze treibt. Der 13er bringt federleichte 2,7 Kilogramm auf die Waage – weniger als die meisten aktuellen Neuner-Drei-Strut-Kites. Der Schnitt der Kap-pe ist gegenüber dem normalen Juice -geringfügig geändert, um die Vorteile des neuen Materials ausspielen zu können. Aluula ist nämlich nicht nur leichter als -Dacron, sondern auch steifer. Abseits davon sind mit dem bloßen Auge keine Unterschiede zur normalen Serie auszumachen, die D-Lab-Linie bietet die gleichen Features wie der Serien-Juice.

Low End: Der Juice D-Lab lässt sich in einem Windbereich starten, der oft ungläu-biges Staunen verursacht. Es ist nicht ganz einfach, die Windstärke auszuloten, ab der er stabil fliegt. Dazu müsste man ei-nen Windmesser in 20 Metern Höhe direkt am Kite aufstellen. Aus der Hand haben wir fünf Knoten gemessen. Wir können auf jeden Fall attestieren: Herkömmliche Tube-Kites gleicher Größe fallen längst vom Himmel, während der Juice noch mit Leich-tig-keit fliegt.

Foil: Der 13er-D-Lab scheint zum Foilen geboren. Er positioniert sich ein gutes Stück weiter außen am Windfensterrand als der 15er und liefert von dort aus etwas weniger Grunddruck. Die 13 Quadratmeter reichen absolut aus, um das Foil ins Fliegen zu bekommen – und zwar deutlich vor der uns bekannten Tube-Konkurrenz. Im Low End zieht man zum Start einen Downloop und lässt sich durch den Hook in der Aufwärtsbe-we-gung verblüffend einfach aus dem Wasser ziehen. Die Überraschung folgt, sobald der Wind zulegt: Gegenüber den marktüblichen Leicht-wind-Foil-Kites mit meist nur einer oder gar keiner Quer-Strut bietet der Juice mit seinen drei Flex-Struts sowie Cam-Battens (kleine Latten) in der Abströmkante ein sehr stabiles Profil, das eine beachtliche Menge Depower zulässt. Damit ist der Windbereich für Foiler gewaltig. Der 13er lässt sich noch komfortabel fliegen, wenn man eigentlich locker auf den Achter wechseln könnte. Im Vergleich zu depowert laut knatternden One-Struttern wirkt der D-Lab im oberen Windbereich „rock solid“. Dazu punktet er mit herausragenden Drift-Eigenschaften. Auch bei wenig Wind lassen sich tiefe Raumwindkurse fahren und der Kite schwebt bei plötzlichen Abstechern nach Lee sauber mit, ohne drucklos vom Himmel zu fallen.

Relaunch: Bei extremem Leichtwind ist etwas Vorsicht geboten. Für einen so leichten Kite bedeutet Wasserkontakt eine signifi-kante Gewichtszunahme, sodass man Gefahr laufen kann, im untersten Grenzbereich ein Weilchen zu schwimmen. Relativ einfach lässt sich der Juice rückwärts über beide Backlines aus dem Wasser starten. Das beherrscht er hervorragend, doch sobald Wasser zwischen die Fronttube und das Segeltuch schwappt, wird es tückisch. Schwimmend erfordert das Technik und Geduld. Legt der Wind einen Hauch zu, beherrscht der Juice ebenso den Relaunch über das einfache Ziehen einer Steuerleine und schält sich artig aus dem Wasser. 

Twintip: Für Leichtwindfetischisten auf dem Twintip ist der 15er-Juice konzipiert. Der Kite hängt härter an den Backlines als der kleine Bruder und positioniert sich tiefer im Windfenster. Schon bei wenig Wind vermittelt er subjektiv viel Dampf über die Bar. Um im Low End andere Kiter in ungläubiges Staunen zu versetzen, braucht man aber das richtige Board. Die ganz großen LW-Twintips bekommen durch den D-Lab Juice eine echte Existenzberechtigung. Wer ein Ultra -Spike oder etwas Ähnliches im Board-bag hat, schnuppert bereits Fahrtwind, wenn die Bucht eigentlich den Foilern gehört. Das Höhelaufen bei leichtestem Wind ist durch die Physik begrenzt. Hier macht sich die tiefere Position des 15ers im Vergleich zum 13er bemerkbar. Es gilt, die richtige Balance zu finden. Der große Juice verlangt etwas Kantendruck und Fahrtechnik, um die Kappe weit genug nach vorne zu schicken. Zeitgleich muss man das Board laufen lassen, um ausreichend Geschwindigkeit zu erzeugen.

Flugverhalten: Das stark reduzierte Gewicht macht sich auch beim Lenken bemerkbar. Beide reagieren spürbar direkter als die herkömmlichen Juice-Modelle. Die Flugstabilität profitiert ebenfalls von der Schlankheitskur. Reißt die Strömung doch mal ab, bewegt sich der Kite zügig nach Lee, bis wieder Leinenspannung anliegt, und hält dabei die Balance, ohne vorwärts oder rückwärts zu kippen. Die Bar-Kräfte sind angenehm soft bei gleichzeitig hervorragender Rückmeldung.

Springen: Das Plus an Geschwindigkeit lässt sich mit entsprechender Technik in mehr Sprunghöhe wandeln. Da man die D-Lab—Kites schneller in die Absprungposition schnalzen lassen kann, geraten auch die Absprünge explosiver. Hat man die Reiseflughöhe erreicht, genießt man üppige Hang-time. Für so große Kites ist die Sprungleistung beider Größen beeindruckend.

Fazit: Lohnt sich der Luxus? Duotone zeigt, was mit dem neuen Hightech-Material Aluula möglich ist. Der Juice D-Lab fliegt früher und bietet einen deutlich größeren Windbereich als gängige One-Strut-Kites in Leichtbauweise. Besonders der 13er hat uns auf dem Foil begeistert, denn er kombiniert das enorme Potenzial mit sehr einfachem Handling. Der 15er fliegt ebenfalls brutal früh und produziert erstaunlich viel Zug, will aber mit einem extragroßen Twintip und einer gewissen Portion Fahrtechnik bewegt werden. Fürs Foilen ist der 15er überdimensioniert. Beide Kites zeichnen sich zudem durch ihre präzise Steuerung aus, die noch direkter als bei den „normalen“ Juice ausfällt.

Duotone Juice D-Lab Test

Grössen / Preise (Kite only)

13,0 qm: 2.999 EUR*

15,0 qm: 3.199 EUR*

Bar / Preise

Trust Bar Quad Control (S-M, M-L): 459-489 EUR 

Click Bar V4 (S, M*): 649 EUR

Quick Release Kit: 69-89 EUR

Quick Release Kit muss zur Bar separat dazugekauft werden; unter­schiedliche Größen und Ausführungen erhältlich

* getestete Bar

Gut / Weniger Gut

  • herausragendes Low End, großer Windbereich (13er)
  • direktes, präzises, aber einfaches Handling
  • hoher Querzug im unteren Windbereich beim 15er, der das Höhelaufen erschwert

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Hersteller-Video zum Produkt: