Der Klassiker in Classic-Bauweise: Das Barracuda schafft den Spagat zwischen Speed-Freak und Soulsurfer.

Das RRD Barracuda Y25 in der Classic Bausweise
Das RRD Barracuda Y25 in der Classic Bausweise

Für die Y25-Jubiläumskollektion bieten die Italiener das Barracuda von Shaper und Kapstadt-Local Ralf Bachschuster in zwei Bauweisen an: Classic PU und die etwas günstigere LTE-Konstruktion. Im Test schauen wir auf die Classic-Version. 

Konstruktion:

Ein möglichst authentisches Surfboard-Feeling ist das Ziel der Classic-PU-­Bauweise von RRD. Um den Polyure­than-Kern werden verschiedene Lagen Glasfaser­matten in unterschiedlicher Grammatur und Legerichtung laminiert. Dazwischen gibt eine dünne Schicht Bambus dem Board zusätzlich Stabilität. Die Standfläche ist durch biaxial gelegte 200-Gramm-Glasfaser verstärkt. Die Konstruktion soll eine ausgewogene Mischung aus Flex und Haltbarkeit bieten. Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass konstruktionsbedingt bei filigranen PU-Glas-Boards das Plus beim Feeling und bei den Fahreigenschaften mit erhöhter Anfällig­keit für Beschädigungen der Außenhülle einhergeht. Die Outline des Barracuda wurde zur Nose hin leicht verbreitert, während die Kombination aus Pintail und den leich­ten Wingern gleichzeitig Grip und Drehverhalten verbessern soll. Die Monokonkave zieht sich durchs gesamte Board und die mittelstark ausgeprägte Rocker-Linie soll eine gute Balance zwischen Speed und Laufruhe im Kab­bel­wasser liefern. Dazu kommen etwas mehr Volumen in der Mitte für höheren Auftrieb und schmale Rails für bissigen Grip. 

Fahrverhalten:

Hat man sich mit den etwas gröberen und recht harten Pads des Barracuda arrangiert, fasst man sehr schnell Vertrauen zu dem Board. Durch das höhere Volumen springt es schon im untersten Windbereich gierig an. Mühelos beschleunigt es und beeindruckt sofort durch sein einfach abzurufendes und sehr freies Gleitverhalten. Selbst in grobem Kab­bel­wasser fühlt man sich, als würde man in einem vollgefederten Rallye-­Quattro mit dem Fuß auf dem Gaspedal seelenruhig über die Schotterpiste bügeln. Es liegt zwar etwas höher als das Duotone im Wasser, bietet aber nicht minder viel Lauf­ruhe, Dämpfung und exzellenten Fahrkomfort. Auch bei der Standposition gibt es sich enorm fehlerverzeihend und gerät erst spät ins Stottern. Das Barracuda punktet mit seiner tollen Spürbarkeit. Es fühlt sich deutlich weicher an als die UC-Bauweise aus dem Vorjahr und liefert sehr definiertes Feedback. Die Abstimmung ist komfortabel, aber kei­neswegs träge. Für Speed-Freaks bietet die Kan­te hohen Grip auch bei unruhiger Piste, beißt sich aber nicht unkontrolliert zu und ist dosiert einsetzbar. Das Speed-Potenzial des Duotone liegt im mittleren bis hohen Bereich. Die schlanken Speed-Needles bieten zwar noch etwas mehr Top-Speed, sind aber dafür anspruchsvoller und nervöser zu fahren und weniger vielseitig. Mit Straps in der Welle ist man sofort geneigt, es Shaper Bachschuster gleichzutun. Das Barracuda lässt sich mit Vorliebe in explosiven Turns mit viel Druck in die Welle nageln, sodass sich meterhohe Spraywände aus der Lippe stemmen. Dabei hilft ihm seine hohe Agilität. Kantenwechsel brauchen kaum Kraft und nur einen Wimpernschlag. Ebenso lässt es sich ­smooth in großen Radien und mit viel Tempo carven. Wer sich stilistisch eher den Surfern zugehörig fühlt, bekommt mit dem Barracuda ein sehr gutes Strapless-Board, das die Energie der Welle sehr schnell aufnimmt und sich mit viel Flow und wenig Kraftaufwand in so ziemlich allen Wellengrößen surfen lässt. 

Fazit:

Einer der besten Allrounder – mit und ohne Schlaufen. Das Barracuda bietet eine gelungene Mischung aus Surf-Feeling und Vollgas-Down-the-Line-Geballer. Gleichzeitig punktet es durch seinen sportlichen Charakter gepaart mit angenehm einfachem Handling sowie viel Kontrolle und Komfort. Nennenswerte Schwächen: keine. 

Das RRD Barrakuda im Test

TECHNISCHE DATEN:

Länge: 5’10“
Breite: 19″
Gewicht: k.A.
Finnen: Thruster
Finnenlänge: 11 cm
Strip Inserts: ja

Volumen: 26 l

Testnoten für das RRD Barrakuda

Preis:

1.168 EUR inkl. Finnen/Pads

Gut / Weniger Gut

  • vielseitiger, einfach zu fahrender Allrounder
  • sowohl strapless als auch mit Straps sehr gute Fahrleistungen

Weitere Produkte im Test:

Cabrinha S-Quad, Duotone Pro Wam, F-One Shadow, Naish Global und Slingshot Celero

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