... wenn man mit einem leistungsstarken Allrounder wie dem Core Nexus 2 in der Welle annähernd genauso viel Spaß haben kann und noch dazu einen viel breiteren Einsatzbereich bekommt? Weniger Gewicht und ein verbessertes Handling sind nur zwei der Vorteile des neuen Nexus.

Der Nexus 2 von Core in Action

Während einige Brands aufgrund der Co­rona­krise Produkt-Releases verschieben, bläst Core zur Produktoffensive. Kurz nacheinander wurden die neue Sensor Bar, dann Nexus 2, Directional Ripper 4 und GTS 6 vor­gestellt. Wir durften den neuen Nexus bereits vor dem Release unter die Lupe nehmen. Die Erwartungen waren hoch, denn der erste Nexus schlug ein wie eine Bombe. Für den Nach­fol­ger hat sich Designer Frank ­Ilfrich einige Details vorgenommen, um noch mehr Performance aus der Future-C-Kappe mit Surf-Profil, aufgebaut auf dem bewährten Drei-Struts-Gerüst, herauszukitzeln. Die Tips wurden breiter gestaltet, um eine direktere Steuerung sowie ein dynamischeres Drehverhalten zu erzielen. Laut Core führt die vergrößerte Tip-Fläche auch zu besseren Relaunch-Fähigkeiten, sowohl über den Windfensterrand als auch rückwärts gestartet. Die Struts sind aus ExoTex Light Dacron gefertigt. Im Vergleich zu herkömmlichem ExoTex soll es zehn Prozent leichter sein. Den Gewichtsvorteil will Core in eine verbesserte Drehfreude und Driftfähigkeit des Nexus umgesetzt haben. Bei der Leading Edge setzt man weiter auf das normale ExoTex. Dadurch lässt er sich einerseits straffer aufpumpen, was die Kappe insgesamt steifer und direkter werden lässt, andererseits soll es für eine sauberere Aerodynamik sorgen. Das Flugtuch besteht unverändert aus CoreTex Triple Ripstop. Das CIT-System mit den Optionen Wave, Freestyle und Allround, bei dem über Knoten an der Leading Edge die Bridle sowie die Anknüpfpunkte für die Steuerleinen an den Tips verändert werden können, um die Position im Windfenster, das Drehverhalten, das Bar-Feedback sowie die Steuerkräfte einzustellen, kommt weiterhin zum Einsatz.

Der Nexus 2 von Core

Flugstabilität:

Der Nexus 2 steht seinem Vorgänger genau wie der Konkurrenz in nichts nach. Blitzsauber und perfekt ausbalanciert hängt die Kappe in der Luft. Egal ob bei böi­gem Wind, einer sanften Brise oder Hack, der Kite lässt sich durch nichts irritieren. Dabei wirkt die Kappe, typisch Core, auffällig steif. Im Vergleich fühlen sich der Reach deutlich und der Supermodel etwas weicher an. Dennoch rupfen Böen nicht unkontrolliert am Haken, sodass der Nexus jederzeit gute Kontrolle und den nötigen Komfort vermittelt. Stalls ließen sich ihm im normalen Windbereich ebenfalls nicht entlocken.

Bar-Gefühl: 

Leider war die neue Bar zum Zeitpunkt des Tests nicht verfügbar, sodass wir den Nexus mit der Sensor 2 Pro getestet haben. Hier dominiert das typische Core-Gefühl: Präzise und knackig liegt die Bar in der Hand. Feedback und Reaktivität gehören zum Direktesten, was der Markt zu bieten hat, insbesondere mit den steifen Tectanium-Leinen. Der Zugpunkt lässt sich auch mit wenig Erfahrung sofort erspüren und ist aus­rei­chend großzügig bemessen, um ihn auch bei Steuerfehlern nicht sofort zu überziehen. Die Lenk- und Haltekräfte liegen knapp unter dem Durchschnitt und werden als äußerst angenehm empfunden. Beim Reedin muss man deutlich kräftiger zupacken, der Reach liegt ähnlich leicht in der Hand, fühlt sich aber weicher und etwas indirekter an.

Flug- und Drehverhalten:

Core ist beim Ne­xus 2 der Spagat zwischen einem sportlichen, aber zugleich einfachen Handling ge­lun­gen. Der Kite reagiert präzise auf kleins­te Steuerimpulse, ohne dabei nervös oder gar zickig zu wirken. Mit wenig Kraftaufwand lässt er sich fein dosiert in alle Dreh­radien schicken. Dabei fallen die hohe Flugge­schwin­digkeit und das enge, sehr agile Drehverhalten posi­tiv auf. Loops kreiselt er rund und pfeilschnell. Das können Reach und Supermodel ebenfalls, doch die Kraftenfaltung unterschei­det sich dabei. Der Reedin wirkt sportlicher.

Flugleistung:

Das macht sich auch beim Low End bemerkbar. Nexus 2 und Reach starten ähnlich früh und bieten ein gutes Low End, müssen sich aber dem Reedin knapp geschlagen geben. Der Grundzug beim Nexus 2 ist mittelkräftig ausgelegt. Obwohl der Kite von seiner Agilität lebt, verfügt er über ein einfaches Sheet-and-go-Handling. So lässt er sich auch von Aufsteigern geschmeidig über die Bar dosieren, bietet eine vorbildliche und effiziente Depower sowie üppige Reserven im High End. Großer Pluspunkt: Selbst weit depowert leidet die Reaktivität auf Steuerimpulse kaum. Beim Höhelaufen wandert der Nexus weit an den Windfensterrand und produziert gleichmäßigen Vortrieb, der sich mühelos in Luvmeter umwandeln lässt.

Welle:

Wieselflink und gleichzeitig gutmütig präsentiert sich der Nexus als eigentlich vollwertiger Wave-Kite. Klar, es gibt Wave-Spezia­listen, die einen noch ausgeprägteren Drift bieten, doch in Kombination mit den ausgewogenen Allround-Eigenschaften können wir dem Nexus 2 eine überdurchschnittlich hohe Wave-Eignung attestieren. Gerade der Wave-Modus ist hier ein praktisches Add-on, das die anderen Modelle nicht bieten.

Springen

Auch beim Springen offenbart der Nexus keine nennenswerten Schwächen. Der Reedin produziert zwar deutlich mehr Boost, doch auch mit dem Nexus lassen sich ab dem mittleren Windbereich vorzeigbare Höhen erreichen. Die Absprünge gelingen mit wenig Querzug einfach und gut reproduzierbar. Sein schnelles und agiles Handling kann er dabei gewinnbringend nutzen – genau wie bei Kiteloops. Radikale Megalooper werden vielleicht ein Quäntchen Querbeschleunigung vermissen, doch für normale Ansprüche sind die Loops gut dosiert und gelingen vor allem rund, zügig und gleichmäßig.

Fazit:

Der Nexus gehört auch in der zweiten Generation zu den breitbandigsten Allroun­dern auf dem Markt. Tolles Bar-Gefühl, einfaches Handling und agiles Flugverhalten – wer zwischen Freeride, Welle und Freestyle pendelt und sich einen zusätzlichen Wave-­Kite sparen möchte, bekommt mit dem Nexus 2 ein hervorragendes Gesamtpaket.

Der Nexus 2 von Core von der Seite
Testnoten für den Nexus 2 von Core

Grössen / Preise (Kite only)

4,0 qm: 1.169 EUR
5,0 qm: 1.229 EUR
6,0 qm: 1.279 EUR
7,0 qm: 1.349 EUR
8,0 qm: 1.429 EUR
9,0 qm: 1.499 EUR*
10,0 qm: 1.569 EUR
11,0 qm: 1.649 EUR*
12,0 qm: 1.699 EUR
13,5 qm: 1.799 EUR
15,0 qm: 1.899 EUR
17,0 qm: 1.999 EUR

*getestete Größen

 

Bar / Preise

Sensor 2S/2S+: 499 – 549 EUR
Sensor 2S Pro*: 679 EUR
Sensor 3/3+: 579 – 629 EUR
Sensor 3 Pro: 699 EUR

*getestete Bar

Gut / Weniger Gut

  • hervorragendes Bar-Gefühl und Feedback
  • guter Allrounder mit tollem Wave-Handling
  • -

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Der Core Nexus 2 im Allround-Test

Weitere Kites im Test der Ausgabe 3/20:
Reedin Supermodel undNorth Reach.

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