Muskelbepackt, definierter Three-Pack und weniger Gewicht – der Evo war in der Muckibude und ist mit einem neuen, stärkeren und durchaus selbstwussteren Ich als Evo SLS wieder herausgekommen. Ist er trotzdem noch der nette Typ von nebenan oder muss man sich in Acht nehmen? 

Der Duotone SLS 2021 im Test

Nachdem wir den neuen Hightech-Evo für die letzte Ausgabe schon einmal ganz kurz Probe fliegen konnten, waren wir bereits positiv angetan. Das SLS-Konzept von Duotone hat dem Evo ein deutlich sport-li-che-res Ich verpasst. Nun muss sich der Evo SLS erstmals dem Vergleich mit den Kon-kur-renz-All-roundern stellen. Da wir die SLS-Bau-weise schon mehrfach ausführlich erklärt haben, dürfen wir ausnahmsweise ohne technische Einleitung direkt zum nächsten Absatz springen. 

Weitere Allround-Kites im Test der Ausgabe 2/21:

Airush Lithium v12, Cabrinha Moto :01, Crazyfly Sculp 2021, Ozone Enduro v3
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Flugstabilität:

Dass die Luft bei unserem Test Anfang März ziemlich kalt und deshalb dichter war, spürten wir deutlich. Denn bei der ersten Session musste der Siebener bei ziemlichem Hack ran. Die Flugstabilität ist sehr hoch, doch man merkt deutlich, wie sich der Evo SLS nun steifer anfühlt und Böen weniger gnädig dämpft. Das wirkt im ersten Moment etwas ruppig, doch instabil fliegt er deshalb keineswegs. Im Gegenteil: Die Kappe wirkt exzellent ausbalanciert, das Profil präsentiert sich sauber gearbeitet und die Anströmung reißt auch maximal depowert nicht ab. Den Kite aus der normalen Flugposition vom Himmel zu holen ist so gut wie nicht möglich. Keine Stalls, keine Probleme. 

Bar-Gefühl: 

Entsprechend deutlich spürt man die steifere Abstimmung an der Bar. Natürlich mag es sein, dass die neuen, steiferen Duotone-Leinen einen Anteil daran haben, dass sich der Evo SLS jetzt so knackig auf der Bar anfühlt. Der Zugpunkt ist definierter und präziser spürbar. Daran ändert die zuweilen etwas hakelig auf dem De-power–Tampen rutschende Click Bar nur wenig. Die Rückmeldung ist ultrapräzise. Dabei liegen die Haltekräfte im mittleren Bereich. Für Lenkimpulse muss man nur ganz leicht an der Bar zupfen und schon reagiert der Kite. Das direkte Handling steht ihm ausgesprochen gut. 

Flug- und Drehverhalten:

Zwar dreht der Evo SLS mit geringem Lenkeinschlag nicht ganz so eng wie die wavelastiger geschnittenen Kites dieser Gruppe, aber auf Wunsch kann er das. Dafür muss man nur etwas kräftiger zupacken und ihn definierter einlenken. So lässt er sich radikal in Turns jagen – und das mit einer sehr hohen Fluggeschwindigkeit. Gerade in der Aufwärtsbewegung im unteren Windbereich sind die Vorzüge der Schlankheitskur zu finden. Der Evo dreht sauber und rund, setzt dabei aber mehr Dampf frei als Enduro, Moto oder Lithium. Das fühlt sich sportlicher an, dürfte Kiter mit weniger Erfahrung im normalen Windbereich aber nicht überfordern. 

Flugleistung:

Die vergleichsweise kraft-vol-le Charakteristik setzt sich im Low-End-Vergleich nahtlos fort. Der Evo SLS besitzt mit dem Sculp zusammen nicht nur den höchsten Grundzug dieser Gruppe, er geht im Low End auch am frühesten los. Denn im Vergleich zum Sculp lässt er sich dank seiner höheren Agilität und Drehfreude schneller und präziser mit Sinus-Kurven beschleunigen, um auch noch das letzte Quäntchen Leichtwind-Performance herauszukitzeln. Will man den Evo SLS im High End an seine Grenzen bringen, sollte man sicher mit der Kante umgehen können. Zwar ist die De-po-wer an sich sehr üppig und schön linear dosierbar, doch lassen sich Moto und Enduro voll angetackert noch etwas komfortabler, weil weniger brachial fliegen. Einen hochgezüchteten Sportwagen muss man eben auch zu fahren wissen. Beim Höhelaufen fährt er der Konkurrenz schlichtweg davon. Viel Power und ein effizientes Profil bieten dafür die beste Voraussetzung.  

Springen:

Geht es mit Dampf auf den Leinen in die Luft, fühlt sich der Evo richtig wohl. Er springt sich angenehm einfach wie ein waschechter Freerider. Den Absprungmoment spürt man unmittelbar, und wenn man die Kante richtig trifft, setzt er kraftvoll zum Höhenflug an. Für einen Allrounder lassen sich damit enorme Höhen realisieren, garniert mit ordentlicher Hangtime. Der gestrecktere Sculp segelt zwar noch etwas länger, doch lässt sich der Evo dafür in der Luft präziser steuern. Bei Kiteloops muss man sich auf größere Drehradien, eine etwas langsamere Loop-Geschwindigkeit und mehr Rums gefasst machen als bei Moto oder Enduro. Loop-Anfänger sollten daher mit Bedacht agieren und die Bar auf jeden Fall voll einschlagen. Wer es krachen lassen will, darf natürlich das volle Potenzial ausschöpfen. In der Aufwärtsbewegung ist der Evo verlässlich, sodass er einen bei entsprechender Sprunghöhe sicher -auffängt.  

Welle:

Wer es in der Welle kraftvoll und spritzig mag, kann sich mit dem Duotone anfreunden. Leichtere Kiter, die einen wave-orientierten Allrounder bevorzugen, fanden ihn dagegen schon ein Stück zu wuchtig. Gerade mitgelenkt in der Welle oder bei Downloops produziert er mehr Dampf als die meisten Konkurrenten. Er will kernig eingelenkt werden, dreht dann aber verzögerungsfrei und fegt mit deutlicher Kraftentfaltung von einer Seite auf die andere. Gerade strapless kann man den Evo SLS eher eine Größe kleiner fliegen als gewohnt. Der Drift ist sehr ordentlich. Durch sein geringes Gewicht schwebt er lange artig mit und ist auf Wunsch sofort wieder ansprechbar. 

Fazit:

Kraftvoller, direkter und spritziger als der Normalo-Evo sowie mit einem größeren Windbereich durch das gute Low End ausgestattet, ist der Evo SLS einer der leis-tungs-stärksten Freerider innerhalb der Allround-Gruppe. Für die Welle empfehlen wir ihn Ridern, die gern mit Druck im Kite surfen oder ein paar Kilos mehr auf den Rippen haben. Leichtgewichte nehmen ihn eine Nummer kleiner. 

Der Duotone SLS 2021 im Test
Der Duotone SLS 2021 im Test

Grössen / Preise (Kite only)

4,0 qm: –

5,0 qm: –

6,0 qm: –

7,0 qm: 1.539 EUR*

 8,0 qm: 1.619 EUR

9,0 qm: 1.699 EUR

10,0 qm: 1.779 EUR*

11,0 qm: 1.859 EUR

12,0 qm: 1.939 EUR

13,0 qm: –

*getestete Größen

Bar / Preise

Trust Bar Quad Control (S-M, M-L): 459-489 EUR 

Click Bar V4 (S*, M*): 649 EUR

Quick Release Kit: 69-89 EUR

Quick Release Kit muss zur Bar separat dazugekauft werden; unterschiedliche Größen und Ausführungen erhältlich

Gut / Weniger Gut

  • große Wind-Range
  • gutes, sportliches Sprunghandling
  • etwas unruhig auf der Bar bei böigem Hackwind

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Hersteller-Video zum Produkt: