Duotone entfernt beim 2020er-Dice die Pulleys aus der Bridle und hängt den Freestyle-Allrounder ­dadurch direkter auf. Wie stark macht sich das Update bemerkbar?

Der Duotone Dice im Test
Foto: Hans-Martin Kudlinski

Duotone-Designer Ralf Grösel kam während des letzten King of the Air auf die Idee, wie er den 2020er-Dice verändern wollte. Zusammen mit Teamfahrer Lasse Walker hat er ein neues Bridle-Set-up ausprobiert – komplett ohne Pulleys (Umlenkrollen in der Waage). Dadurch will Grösel eine direktere Steuerung und verbesserte Sprungeigenschaften erreicht haben. Neben der neuen Fixed Bridle hat der Dice eine überarbeitete Trailing Edge spendiert bekommen. Statt Dacron kommt nun ein leichteres 70-Gramm-Ripstop-Material an der Abrisskante zum Einsatz. Dazu wurde das Layout der Panels verändert, was das Flattern der Trailing Edge reduzieren soll, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Zudem soll das neue Material in Kombination mit dem Trinity-TX-Flugtuch den Kite langle­bi­ger machen und weniger Weißbruch verur­sa­chen, da der Material-Übergang weicher und harmonischer verläuft. Dazu wurde die Tuchspannung im Bereich der Abrisskante erhöht. Um den Kite vielseitiger zu gestalten und damit er sich besser an unterschiedliche Geschmäcker anpassen lässt, wurde er mit drei Einstelloptionen an den Tips ausgestattet. Für den Test haben wir den Dice mit einer Click Bar in 49 Zentimetern Breite geflogen. Da der Chicken Loop separat zur Bar bestellt werden muss, kann man zwischen verschiedenen Optionen wählen. Für freestyle-orientierte Kiter, die sich gerne mal aushaken, empfehlen wir unbedingt das Freestyle- oder das Wakestyle-Kit mit größeren Chicken Loops. Denn der Chicken Loop des Freeride-Kits ist sehr klein, sodass das Ein- und Aushaken damit fummelig ist. Man kann sich entscheiden, ob man den Zwölfer-Dice auf 22 oder 24 Meter langen Leinen fliegen möchte, um dadurch das Handling anzupassen oder mehr Low End mit langen Leinen herauszuholen. Die Leinen-Extensions sind im Lieferumfang enthalten. Kürzere Leinen sorgen für ein direkteres Bar-Gefühl und ein etwas kernigeres Drehverhalten.

Flugstabilität:

Wie schon der Vorgänger steht auch der neue Dice blitzsauber in der Luft. Die neue Bridle-Konfiguration tut dem keinen Abbruch. Sauber angeströmt und ruhig steht die Kappe in allen nutzbaren Anströmwinkeln in der Luft und produziert auch weit depowert nur minimale Falten im Tuch. Nur mit den 6 psi Fülldruck tun wir uns etwas schwer, da das Gerüst des Zwölfers damit für unseren Geschmack etwas weich wirkt. 7 bis 8 psi schaden ihm nicht und lassen den Dice etwas satter und steifer wirken.

Bar-Gefühl:

Beim Bar-Gefühl hat sich tatsächlich etwas getan, wenngleich man noch die klare Duotone-Handschrift erkennt. Der Dice hängt nun etwas direkter und präziser auf der Bar. Dabei wurde auch die Rückmeldung verbessert. Allerdings gehört der Dice im Vergleich zum GTS oder Union nach wie vor zu den eher weicher und komfortabler abgestimmten Kites. Mit kürzeren Leinen oder dem harten Setting lässt er sich etwas direkter und dadurch kerniger sowie agiler trimmen. Ansonsten liegt die Bar sehr ruhig und solide in der Hand, bietet hohen Grip und der seitlich angebrachte Depower-Mechanismus ist fürs schnelle Depowern vor einem Unhooked-Manöver praktisch. Zum rechteckigen Depower-Tampen haben wir uns nun schon häufiger kritisch geäußert, das Thema sparen wir uns dieses Mal.

Der Duotone Dice im Test
Foto: Hans-Martin Kudlinski

Flug- und Drehverhalten:

Der neue Dice dreht zügig und spricht sofort und präzise auf Lenkimpulse an. Er rotiert sauber über die Tips. Das Ganze geht wunderbar rund und gleichmäßig von der Hand. Zudem lassen sich die Drehradien von sehr eng bis weit intuitiv dosieren, ohne dass man sich an der Bar einen Wolf ziehen müsste. Seine sportliche Charakteristik kommt klar zur Geltung, doch er wirkt weniger punchy im Vergleich zu GTS und Union. Loops müssen etwas größer geflogen werden, wenn man ordentlichen Querversatz spüren möchte.

Flugleistung:

Freerider schätzen den hohen Grundzug des Dice. Er ist einer der kraftvollsten Kites dieser Gruppe und bietet mit das beste Low End. Selbst im untersten Low End lässt er sich durch sein gutes Handling und die Drehfreude mit geringem Aufwand in Sinuskurven beschleunigen. Gleichzeitig bringt er ein verblüffend üppiges High End mit. So viel Reserven und damit einen so großen Windbereich liefert kaum ein anderer Kite dieses Tests. Die riesige Depower auf der Click Bar ist hier ein spürbarer Vorteil und nur durch die Armlänge des Kiters begrenzt. Und auch beim Höhelaufen hält der Dice ­mühelos Anschluss zur Top-Gruppe. Gerade unsere fahrtechnisch weniger versierten Tester griffen bei freier Kite-Wahl gerne zum Dice, da er nie überfordert, viel Leistung bietet und dazu sehr einfach zu handeln is

Sprungleistung:

Beim Springen bevorzugen wir den Dice eingehakt. Hier liefert er überragende Leistung. Einfach zu treffende Absprünge, wenig Querzug, bombastischer Lift, der zu enormen Sprunghöhen sogar im unteren bis mittleren Windbereich führt, gefolgt von einer ansehnlichen Hangtime sind die überzeugenden Argumente des Dice. Auch für Kiter ohne ausgereifte Sprungtechnik ist er relativ leicht zu springen. Ausgehakt liefert er einen ordentlichen Pop und brauchbaren Slack, doch haben hier die freestyle-lastigeren Kites die Nase vorn. Dafür sind Loops mit dem Dice eine wahre Freude. Einsteiger werden bei klein geflogenen Loops durch den geringen Querzug nicht weggerissen. Bei größeren Kreiseln produziert er aber auf Wunsch Dampf und dreht vor allem sehr sauber.

Fazit:

Etwas sportlicher und direkter als sein Vorgänger, aber immer noch einer der breitbandigsten und komfortabelsten Freestyle-Allrounder dieser Testgruppe – der Dice deckt eine enorme Bandbreite zwischen Free­ride und Freestyle auf hohem Niveau ab, bietet einen sehr großen Windbereich und kann beim Springen vor allem eingehakt und bei Kiteloops überzeugen.

Der Duotone Dice im Test
Foto: Hans-Martin Kudlinski
Der Duotone Dice im Test
Foto: Hans-Martin Kudlinski

Grössen / Preise (Kite only)

5,0 qm: 1.149 EUR

6,0 qm: 1.219 EUR

7,0 qm: 1.289 EUR

8,0 qm: 1.369 EUR

9,0 qm: 1.439 EUR

10,0 qm: 1.569 EUR

11,0 qm: 1.599 EUR

12,0 qm: 1.669 EUR*

13,0 qm: 1.749 EUR

*getestete Größe

Bar / Preise

Trust Bar Quad Control (S/M, M/L): 429 – 459 EUR

Click Bar Quad Control (S, M*): 599 EUR

Chicken Loop separat: 59,90 – 79,90 EUR

*getestete Größe

Gut / Weniger Gut

  • sportliches, aber einfaches Handling
  • Sprung-Eigenschaften (eingehakt) + Loops
  • -

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet
Duotone Dice 2020 Testnoten

Der Dice im Freeride-Freestyle-Alrounder-Test 2020:

Weitere Kites im großen Freeride-Neuheiten-Test: Airrush Union v5, Cabrinha FX, Core GTS5, Flysurfer Stoke, F-One Bandit, Gaastra Pure, Naish Dash, Slingshot RPM

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Hersteller-Video zum Produkt: