Cores GTS6 gehört zu den sportlichen Allroundern und zielt auf Freestyle, Big Air und Kiteloops. Abhängig davon, welche Bar-Breite man verwendet, verändert der Kite seine Charakteristik deutlich.

Der GTS6 von Core im Test

Ja, wir hatten den GTS6 von Core bereits vor im Einzeltest in KITE Ausgabe 3/20. Da der Kite eine große Fangemeinde hat, wollten wir niemanden unnötig lange auf die Folter spannen und haben ihn bereits in Ausgabe 4/20 vorgestellt. Dennoch: Der direkte Vergleich gegen die Konkurrenz ist für uns immer spannend und deshalb muss Cores Supersportler noch einmal ran. Eine kleine Veränderung zum letzten Test gibt es aber darüber hinaus: Dieses Mal hat uns Core seine neue Sensor 3 Bar in zwei unterschiedlichen Varianten mitgeliefert: Eine Sensor 3 Pro in der normalen Ausführung mit 46,5 bis 50 Zentimetern Bar-Breite und die kurze Pro-Wake-Version mit 36,5 bis 40 Zentimetern und ex­tragroßem Wakestyle-Loop. Achtung, Spoiler: Die Unterschiede im Handling sind enorm. Unseren Stammlesern zuliebe verzichten wir auf das Wiederholen der technischen Features und Neuerungen und verweisen auf die Produkt­vorstellung in Ausgabe 3/20, den Einzeltest in KITE 4/20 (die ihr hier bestellen könnt), sowie auf die Core-Website. Wie bitte, auf die Hersteller-Website? Ja, das muss man tatsächlich auch mal lobend erwähnen: Während ganz viele andere Hersteller sich bei Produktbeschreibungen auf diffuses Marketing-Bullshit-Bingo beschränken, entlässt Core den interessierten Leser tatsächlich mit einem beträchtlichen Erkenntnisgewinn aus den eigenen Kommunikationskanälen.

Weitere Performance-Freeride-Kites im Test der Ausgabe 6/20:

Airush Union, Duotone Dice, F-One Bandit, Gaastra Pure, Naish Dash und North Pulse
Jetzt alle Tests im E-Paper oder in der App hier lesen!

Flugstabilität:

Okay, hier wiederholen wir uns doch noch einmal. Wobei es wenig überrascht, dass die sehr gute Flugstabilität des GTS6 auch im direkten Konkurrenzvergleich top abschneidet. Daran ändert – natürlich – die schmalere Wakestyle-Bar nichts. Auch Core versteht es, den Kite so neutral auf­zu­hängen, dass man sich nicht erst einen Wolf trimmen muss, um sich damit im unteren Windbereich aushaken zu können, ohne dass die Kiste rückwärts in den Tümpel abschmieren würde. Keine übermäßige Backstall-Neigung auszumachen, Frontstalls kennt der GTS ebenso wenig. Auffällig ist zudem, wie steif die Kappe im Vergleich zu den gedämpfteren Dice, Bandit, Pure und Orbit wirkt.

Bar-Gefühl: 

Core ist bekannt für direkt abgestimmte Kites – vor allem mit der breiteren Pro Bar. Nur der Airush liefert ein vergleichbar präzises Feedback an der Bar, wobei die Konkurrenz nicht so weit dahinter liegt. Wechselt man auf die Pro Wake Bar, glaubt man, einen anderen Kite in der Hand zu haben. Die Kappe liefert in neutraler Position nach wie vor ordentliche Rückmeldung, doch verlangt sie sehr definierte Lenkimpulse, um den Kite zu steuern. Das ist normal und auch gewollt, denn für Free- und Wakestyler ist ein weniger reaktiver Kite bei ausgehakten Tricks praktisch. Wer das kernige, agile GTS-Feeling will, greift zur längeren Bar.

Der Pivot von Naish im Test

Flug- und Drehverhalten:

Entsprechend verhält sich der GTS beim Flug- und Drehverhalten. Mit der kleinen Bar bedarf es großer Lenkeinschläge, um den Kite in mittleren Radien zirkeln zu lassen. Auf der breiten Bar dagegen reagiert er schon bei geringen Lenk­impulsen nicht nur sehr schnell, sondern ebenso präzise. Er dreht rund und gleichmäßig, ist dabei kraftvoll, aber gut dosierbar. Dazu überzeugt er durch sein homogenes Drehverhalten ohne unvorhersehbare Aussetzer oder ungewollte Kraftspitzen. Kurz: Er tut genau, was man ihm sagt, und fühlt sich dabei wunderbar direkt und sportlich an.

Flugleistung:

Übermäßiger Grundzug war bisher nicht sein Metier. Der GTS kommt stärker über die Fluggeschwindigkeit und will im unteren Windbereich bewegt werden. Dice, Bandit und Pure sind im Low End und Normalwindbereich kraftvoller. Heißt umgekehrt: Im High End kann der Core durch seine sehr gute Depower und Kontrollierbarkeit auch bei voll durchgezogenem Adjuster punkten. Die Reserven sind mehr als üppig und er lässt sich problemlos über die Boardkante zügeln. Starkwind-Fans werden ihre Freude haben. Dafür besitzt er etwas weniger Sheet-and-go-Charakter als Dice, Bandit oder Pure, will also etwas präziser geflogen werden. Beim Höhelaufen leistet sich der GTS6 keine Schwächen.

Springen:

Wichtigstes Kriterium: Was geht mit dem GTS6 in der Luft? Kurz: eine ganze Menge. War er auf der langen Bar für weniger geübte Freestyler ein wenig nervöser, liegt er mit der kurzen Wakestyle-Bar dermaßen satt in der Hand, dass man ihn nach dem kraftvollen Pop kaum verreißen kann. Damit empfiehlt er sich für anspruchsvolle Freestyle-Manöver. Das wird insofern noch verbessert und mit ordentlichem Slack belohnt, wenn man ihn an der Bridle im Freestyle-Setting anknüpft. Knapp hinter dem Airush bietet der GTS6 die beste Unhooked-Performance. Für eingehakte Sprünge und Kiteloops würden wir die kurze Bar jedoch nicht empfehlen. Dann fehlt es ihm an Reaktivität. Ganz anders mit der langen Bar: Damit lässt er sich pfeilschnell in Takeoff-Position katapultieren. Man spürt genau, wann der perfekte Absprungzeitpunkt gekommen ist. Jedoch verlangt der GTS einen sauberen und aktiven Absprung über die Kante, damit er seinen explosiven Lift voll entfalten kann. So erreicht man absolut Big-Air-taugliche Sprunghöhen, bedingt durch den Shape ist die Hangtime überschaubar. Zweite Paradedisziplin: Kiteloops. Dank seiner guten Dosierbarkeit, des schnellen Drehverhaltens und der auf Wunsch engen Drehradien können sich Loop-Einsteiger damit gut von unten an die richtige Technik herantasten, ohne überfordert zu werden. Springt man voll ab und lenkt den Core in der Aufwärtsbewegung ein, darf man mit ordentlich Krawumms rechnen. Sofern man ihm Steuerfehler erspart, loopt er homogen durch und ist zügig in der Aufwärtsbewegung, um den Piloten nach dem Loop in der Luft zu catchen.

Fazit:

Sportlich abgestimmter Freestyle-Allrounder mit Punch, der – je nach verwendeter Bar – überaus variabel eingesetzt werden kann: Freestyle, Big Air, Kiteloops, alles auf sehr hohem Niveau. Die Frage ist, ob man sich eine zweite Bar leisten will, um all das herauskitzeln zu können. Für Gelegenheits-Freestyler reicht in jedem Fall die breite Bar.

[wp_bannerize group=“content“ random=“100″ limit=“1″]

Der GTS6 von Core im Test
Testnoten für den GTS6 von Core

Grössen / Preise (Kite only)

 5,0 qm: 1.229 EUR

 6,0 qm: 1.279 EUR

 7,0 qm: 1.349 EUR

 8,0 qm: 1.429 EUR

 9,0 qm: 1.499 EUR*

10,0 qm: 1.569 EUR

11,0 qm: 1.649 EUR

12,0 qm: 1.699 EUR*

13,5 qm: 1.799 EUR

15,0 qm: 1.899 EUR

17,0 qm: 1.999 EUR

*getestete Größen

Bar / Preise

Sensor 3/3+: 579/629 EUR
Sensor 3S Pro*: 699 EUR
Sensor 3S Pro Wake*: 749 EUR

Gut / Weniger Gut

  • sehr gutes Sprung-Handling
  • herausragendes Bar-Gefühl (breite Bar)
  • -

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Hersteller-Video zum Produkt:

[wp_bannerize group=“content“ random=“100″ limit=“1″]