Beim Nexus mixt Core Section mit einem Schuss GTS zu einem quirligen Cocktail, der Wavekiter- und Freestyler gleichermaßen berauschen soll. 

Zugegeben, auch wir haben uns anfangs gefragt: Wozu braucht es diesen Kite? Immerhin hat Core mit dem Section bereits einen starken Wave-Kite und mit dem GTS einen Freestyler im Programm, der ebenfalls vorsichtige Wave-Ambitionen angemeldet hat. Und jetzt noch ein Allrounder dazwischen? Die Idee, Wave und Freestyle zu verbinden, ist nicht ganz neu. Nur waren das bisher in der Regel Freestyle-Kites, die aufgrund ihres schnellen Drehverhaltens auch irgendwie in der Welle funktioniert haben. Core dreht das nun um und bringt einen Wave-orientierten Kite, der auch Freestyle mit abdecken soll. Die Antwort auf die Eingangsfrage vorweg: Das Konzept geht auf. 

Um GTS, Nexus und Section aus der Ferne auseinanderhalten zu können, muss man genau hinsehen. Wie Sebastian Witzleben im Interview bereits ausführlich erklärt hat, setzt Core bei allen drei Modellen auf das Future-C-Konzept. Auch wenn die Philosophie dahinter dieselbe bleibt, unterscheiden sich die Kappen in Bezug auf ihr Profil, den Verlauf der Fronttube, die Bridle und die Tip-Segmente. Nur die LW-Versionen in den Größen 15 und 17 sind an den Tips stärker gepfeilt, dazu wurden Tube und Struts so schlank wie möglich gestaltet, um das Gewicht zu reduzieren und die Fluggeschwindigkeit zu erhöhen.

Bei der Flugstabilität leistet sich Core keinen Ausreißer. Der Nexus steht – wie alle anderen Kites in der Range – bulletproof in der Luft. Steife Kappen, bei denen nichts wackelt, raschelt oder zuckelt, sind ein Spezialgebiet von Core-Designer Frank Illfrich. Ebenso wie ein direktes Bar-Feeling. Die Lenk- und Haltekräfte variieren je nach Setting. Durch das „Core Intelligent Trim“ System (CIT) hat der Pilot die Qual der Wahl zwischen Wave-, Allround- und Freestyle Bridle-Setting. Dazu kommen weitere drei Anknüpfpunkte für die Steuerleinen am Tip. Egal in welchem Setting, der GTS fühlt sich etwas kerniger an, der Section liegt leichter in der Hand.

Auf Steuerbefehle reagiert der Nexus nicht nur direkt, sondern vor allem schnell. Denn bei Flug- und Drehgeschwindigkeit wird klar, dass der Nexus auf dem Surf-Profil des Section aufgebaut ist. Er schnalzt rund und mit hohem Tempo in die Turns. Durch die großzügige Depower lässt sich der so erzeugte Zug allerdings gut dosieren. In der Welle kann die Power zwar nicht so weit herausgenommen werden wie beim Section, doch seine Drift-Eigenschaften bewegen sich absolut auf Wavekite-Niveau.

Beim Freestyle muss er dem GTS klar den Vortritt lassen: Die schnelle und direkte Steuerung erleichtert es zwar, eingehakt den Absprung zu finden und auf vorzeigbare Sprunghöhen mit moderater Hangtime zu kommen. Doch für ausgehakte Manöver greift man besser zum GTS – oder beweist ein sehr ruhiges Händchen. Kiteloops müssen in großen Radien geflogen werden, damit der Nexus Lee-Versatz erzeugt. Die Querbeschleunigung des GTS liegt in weiter Ferne.

Angenehm fällt seine – für einen Wave-orientierten Kite – kultivierte Sheet & Go Leistung aus. Den Zugaufbau über das Heranziehen der Bar hat der XR zwar deutlich besser drauf, doch der höhere Grundzug des Nexus im Vergleich zum Section kommt auch unerfahrenen oder schwereren Kitern entgegen. Beim Relaunch stellt er sich knapp hinter dem Section an, ist aber in der gesamten Windrange problemlos aus dem Wasser zu starten.

Fazit:

Der Nexus liegt näher am Section als am GTS. Er ist leichter zu fahren und bietet mehr Grundzug als der Section, womit er Aufsteigern und Wave-Einsteigern die Hand reicht. Kiter, die häufiger in der Welle, aber hin und wieder auf dem Twintip unterwegs sind, und die einen sehr schnellen, aber einfach zu kontrollierenden Kite suchen, sollten den Nexus auf dem Zettel haben. Reine Freestyler greifen weiterhin zum GTS.

Grössen / Preise

4,0 qm:  1.099 EUR

5,0 qm:  1.149 EUR

6,0 qm:  1.199 EUR

7,0 qm:  1.249 EUR

8,0 qm:  1.349 EUR

9,0 qm:  1.399 EUR

10,0 qm:  1.499 EUR

11,0 qm:  1.549 EUR

12,0 qm:  1.599 EUR

13,5 qm:  1.699 EUR

15,0 qm:  1.799 EUR

17,0 qm:  1.899 EUR

Bar / Preise

Sensor 2:               459 EUR 

Sensor 2S/2S+:   499 EUR / 529 EUR

Sensor2S Pro:     649 EUR

Gut / Weniger Gut

  • Hohe Wave-Eignung, guter Drift
  • Schnelles Drehverhalten
  • Einfaches Handling
  • Etwas zu reaktiv für Unhooked-Tricks

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Der Nexus im Foil- und Leichtwind-Vergleichstest:

Wie der Nexus auf dem Foil abschneidet, haben wir in KITE Ausgabe 5/18 getestet.

Weitere Kites im Foil Test:

Airush Ultra V2, F-One Breeze V2, Liquid Force Solo V3, Naish Boxer, Ozone Hyperlink, RRD Emotion MK4, Slingshot SST, Ten Kiteboarding Pinna

Jetzt den kompletten Test im E-Paper hier lesen!