Unrebellisch: Duotone Rebel

Der Duotone Rebel gibt sich ganz und gar unrebellisch. Als Leistungsträger ist er auf ­Komfort getrimmt und punktet mit seinem einfachen Handling. 

Duotone hat gut daran getan, an der Posi­tio­nierung des Power-Freeriders im Zuge des Mar­kenumzugs nicht zu rütteln. Rebel-Kunden wissen, was sie erwartet, und das schafft Vertrauen. Wer bei Duotone den leistungsstärksten Freerider mit der maximalen Sprung-Performance sucht, greift also weiterhin zum Rebel. Kite-Créateur Ken Winner hat der 2019er-Version eine etwas schmalere Fronttube verpasst. Der Unterschied liegt allerdings im Millimeter-Bereich und ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Wer sich für den kompletten Freeride-Test des Rebel in Größe 12 interessiert, schlägt in der KITE Ausgabe 4/18 die Seite 48 auf – auch verfügbar als E-Paper auf kitemagazin.de. 

Bei der Flugstabilität gehören auch die kleinen Rebels in sieben und neun Quadratmetern zu den Top-Performern ihrer Klasse. Von den minimalen Frontstall-Neigungen, die wir bei sehr böigem Wind im Sommer beim Zwölfer beobachtet hatten, ist nichts zu spüren. Im Gegenteil: Im bockigen Kapstadt-Wind fühlten sich unsere Tester aufgrund der komfortablen Abstimmung des Rebel und der hohen Flugstabilität mit am besten aufgehoben. Selbst eklige Böen werden von der relativ steifen Kappe richtig gut weggepuffert. Im Vergleich zum Core scheint hier alles eine spur weicher abgestimmt zu sein, aber das ist eher Designphilosophie und keinesfalls schlecht. 

Bargefühl: 

Dasselbe spürt man an der Bar: Der Rebel fühlt sich insgesamt etwas weicher an, ist dabei trotzdem noch direkt. Wie ein gut gefe­der­ter Sportwagen fühlt sich die Lenkung an. Seine Lenk- und Haltekräfte liegen ganz knapp unter dem Durchschnitt, ähnlich wie XR5 und Switchblade. Dazu liegt die Bar sehr ruhig in der Hand und überträgt keine Vibra­tionen. Dank seiner guten Rückmeldung und der ausgewogenen Abstimmung vermittelt er auch bei Hardcore-Hack enorme Sicherheit. 

Flug- und Drehverhalten:

Der Rebel dreht sehr rund und weich. Der Core fährt hier eine deutlich härtere Gangart, die sich aber auch kerniger anfühlt. Das ist einerseits Geschmackssache, andererseits eine Frage des Gewichts. Für leichtere Kiter kommt der Rebel subjektiv nicht so brachial rüber wie der XR5. Dazu hängt der Rebel im Vergleich zum Switchblade etwas leichter auf der Bar und fühlt sich etwas feiner an. Siebener und Neuner zeigen beide ein homogenes Flugverhalten, die Größenunterschiede fallen nicht arg ins Gewicht. Flug- und Drehgeschwindigkeit liegen im mittleren Bereich. Insgesamt hat Duotone mit dem Rebel eine wirklich breitbandige Abstimmung getroffen. Mit etwas mehr Bar-Einschlag kann man ihn sogar sehr schnell in engen Radien zirkeln. 

High End:

In Sachen Grenzbereich ist der Rebel einer der Kites mit den größten Reserven im Test. Böen dämpft er deutlich besser weg als der steife XR5. Dazu kommt sein riesiger De­po­w­­er­-Weg auf der Click Bar. Selbst weit de­po­wert bleibt die Steuerfähigkeit erhalten und der Zug lässt sich präzise über die Bar dosieren. In Kombination mit der hohen Flugstabilität vermittelt dies enorme Sicherheit. 

Absprung:

So soll es sein: Der Rebel ist mit am einfachs­ten zu springen. Selbst ohne nennenswerte Sprungtechnik schafft man es mit dem Rebel nur durchs Zurückfliegen und Anpowern einige Meter in die Luft. Wer ordentlich abspringt, freut sich über den geringen Quer­zug und die gute Rückmeldung, wann die Kante gelöst werden will. Zudem kann der Rebel beim Absprung in böigen und kabbe­ligen Bedingungen durch seine fehler­ver­zei­hende Verlässlichkeit Topnoten einfahren. Der Absprung ist kraftvoll, aber gut dosierbar. Das fühlt sich mehr nach kräftigem Die­sel als nach Turbolader an. Selbst Einsteiger treffen den Absprung ohne besondere Übung. Bei viel Wind reicht ein kurzer Schlenker in Gegenrichtung schon aus. 

Boost/Lift: 

Schon im unteren Drehzahlbereich setzt der Rebel seine Power frei. Der Lift setzt kräftig, aber dosierbar ein. Dabei schießt der Rebel nicht so radikal in den Himmel wie der XR5. Dennoch ist der Boost absolut ausreichend, um bei voll getroffenem Absprung dieses kitzelige Gefühl im Bauch zu vermitteln, wenn es so richtig abgeht. 

Hangtime:

Hier sortiert sich der Rebel im oberen Drittel ein. Der ultragestreckte Crazyfly-Flügel und der voll auf Performance getrimmte XR segeln etwas länger. Ob man ein, zwei Sekun­den länger in der Luft baumeln möchte, ist am Ende eine Frage des Stils oder Geschmacks. 

Steuerung in der Luft:

Einsteigerfreundlich, intuitiv und erfreulich unkompliziert ist die Steuerung beim Sprung. Der Rebel überrascht nicht mit unvorhersehbaren Flugbewegungen und verlangt während des Rundflugs im Normalfall keine Korrekturen. Man spürt, wo der Kite über einem steht, und kann im Bedarfsfall präzise nachsteuern. Verreißen wird man ihn bei normaler Steuerung wohl ebenfalls kaum. 

Fazit:

Der Rebel ist der ausgewogenste und komfortabelste Big-Air-Freerider: etwas gutmütiger als der XR5, etwas spritziger als der Switchblade. Eine hervorragende Sprungmaschine, mit der man auf Anhieb abhebt. Nur wer den absoluten Grenzbereich ausloten will, wird mit Sprungspezialisten wie dem Hyper oder Edge noch etwas höher und länger fliegen. 

Grössen / Preise

5,0 qm:  1.169 EUR

6,0 qm: 1.239 EUR

7,0 qm:  1.319 EUR

8,0 qm: 1.389 EUR

9 ,0qm: 1.459 EUR

10,0 qm:  1.529 EUR

11,0 qm: 1.599 EUR

12,0 qm:  1.679 EUR

13,0 qm: 1.759 EUR

14,0 qm: 1.829 EUR

15,0 qm: 1.909 EUR

Bar / Preise

Trust Bar Quad Control: 498,90 EUR

Click Bar Quad:   659,90 EUR

Gut / Weniger Gut

  • komfortables, einfaches Handling
  • sehr einfach zu springen
  • sehr gutes High End

Flugeigenschaften

Halte- u. Lenkkräfte
Lenk- u. Drehverhalten
Einsatzgebiet

Der Rebel im Big-Air-Vergleichstest:

Im Vergleich zum bereits veröffentlichten Freeride-Test aus Ausgabe 4/18, musste sich der Rebel dieses Mal mit Fokus auf sein Sprunghandling und die Sprungleistungen messen lassen. Getestet wurden die Größen 7 und 9 Quadradmeter.

Weitere Kites im Big-Air Test:

Cabrinha Switchblade, Core XR5, Crazyfly Hyper, F-One Bandit, Liquid Force NV v9, Naish Pivot, RRD Addiction MK6 und Slinghshot Rally 2019.

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Hersteller-Video zum Produkt: